Ätna

Bevor ich Catania verlasse, gehe ich noch einmal bei Tageslicht zur Piazza del Duomo, in dessen Mitte der Fontana dell’Elefante steht. Auf dem Marmorbrunnen steht eine schwarze Elefantenskulptur aus Lavagestein, die auf dem Rücken einen Obelisken aus Granit trägt. Warum gerade ein Elefant das Wappentier der Stadt ist, ist nicht eindeutig überliefert. Auf jeden Fall symbolisiert er Stärke und Langlebigkeit.

Während auf der Piazza um 8:30 Uhr noch nicht viel los ist, werden auf dem direkt angrenzenden kleinen Pescheria (Fischmarkt) die frischen Fische und andere Meeresfrüchte emsig gehandelt. Den Fang der eindrucksvollen Schwertfische finde ich nicht nur wegen der Überfischung und dem Beifang grenzwertig. Das Schwert nutzt der Raubfisch als Waffe zum Aufschlitzen oder zum Betäuben seine Beute durch Schläge.

Es gibt noch weitere interessante Ecken und Gebäude in der Altstadt von Catania, aber für mich heißt es ja am Vormittag bereits Abschied zu nehmen, da ich heute noch ein paar andere Punkte geplant habe.

Der nächste Punkt auf meiner Route sind die Monti Silvestri an der Südseite des Ätna. Der bei uns mit Ä geschriebene Etna ist mit 3403 Metern der höchste aktive Vulkan Europas. Jetzt im Sommer, wenn kein Schnee auf den Hängen liegt, sieht der Vulkan nicht ganz so schön aus. Darüber hinaus hat er nicht nur einen Krater, sondern mehrere, was je nach Perspektive nicht das klassische Bild eines Vulkans ergibt. Erst vor zwei Monaten gab es den letzten Ausbruch mit einer 6,5 km hohen Aschewolke und einem pyroklastischen Strom, der glücklicherweise in einem unbewohnten Gebiet niederging. Die Temperatur, die auf Meereshöhe noch über 30 °C war, beträgt hier in circa 1900 Meter Höhe nur noch 22 °C. Wenn man denn einen Parkplatz gefunden hat, dann hat man hier diverse Möglichkeiten. Von 1920 Meter bis auf 2500 Meter gibt es eine Seilbahn. Das Hin- und Zurück-Ticket kostet 52 €. Ab 2500 Meter Höhe darf man nur noch mit einem Bergführer weitergehen. Über 3000 Meter ist es ganz verboten weiterzugehen. Für die Tour bis 3000 Meter Höhe kostet das Ticket 80 €. Bei dieser Tour wird man von 2500 Meter mit einem 4×4 Fahrzeug bis auf 2800 Meter Höhe gebracht. Die letzten 200 Höhenmeter kann man dann mit einem Vulkanologen als Guide zurücklegen. Kostenlos kann man von der Basisstation aus aber auch auf diversen Wanderwegen in der Lava herum kraxeln. Auch wenn es auf dem Foto wie ein fester Weg nach oben aussieht, so ist es sehr anstrengend dort zu laufen, da das Geröll sehr lose ist, und wie bei einer Düne, ständig unter den Füßen wegrutscht.

Ich lege noch einen kurzen Stopp an der Nordseite des Ätna ein. Dort ist wesentlich weniger los und es werden scheinbar ausschließlich Touren angeboten, die zunächst mit einem 4×4 Fahrzeug starten. Hier ist deutlich mehr Vegetation als an der Südseite und man sieht die Spitze des Vulkans an dieser Stelle überhaupt nicht. Auf der schwarzen Lava von einem Ausbruch aus dem Jahr 2002 hat noch nichts Grünes Fuß gefasst.

Ich verlasse den Ätna gegen 14:30 Uhr über eine Serpentinenstraße Richtung Gole di Alcantara. Die wenige Meter breite Schlucht, mit den bis zu 50 Meter hohen Steilwänden, bietet mit ihren Lavabasaltstrukturen einen einzigartigen Anblick. Nachdem man sich für ein paar Euro ein Ticket für das Parken und den Zutritt gekauft hat, kann man über eine Treppe mit circa 200 Stufen in die Schlucht hinuntergehen. Dort wo die Treppe endet, ist nicht nur der Eingang zur Schlucht, sondern es befindet sich dort auch ein Kiosk und ein kleiner Kieselstrand, an dem man sich sonnen kann. In dieser Jahreszeit ist natürlich viel los hier. Baden ist in dem Wasser des Flusses allerdings nur etwas für Hartgesottene, denn die Wassertemperatur beträgt nur ca. 10 °C. Auch wenn das Wasser anfangs lediglich etwas mehr als knöcheltief ist, empfinde ich es als sehr unangenehm und kann gar nicht schnell genug wieder herauskommen. Nach einer Weile ist die Neugier groß genug, sodass ich mich dennoch in die Schlucht hinein wage. Zum Glück sind immer wieder mal kleine sandige Stellen am Rand, an denen die Füße sich kurz von dem kalten Wasser erholen können. Etwas weiter hinten in der Schlucht wird das Wasser tiefer und man begegnet auch Leuten mit Helm und Neoprenanzug, die mit einem Grinsen im Gesicht vom Body Rafting kommen.

Sehr eindrucksvoll die Schlucht. Wer die Stufen nicht laufen möchte, kann alternativ auch einen Lift benutzen, der allerdings, wenn ich das richtig gesehen habe, 5 € pro Fahrt kostet.
In dem beschaulichen Ort Presa werde ich übernachten. Die Pizzeria im Ort hat am Abend einfach Tische und Stühle auf die Straße gestellt und man bekommt dort, fernab der touristischen Zentren, eine wirklich gute Holzofenpizza ab 5 € und einen 1/2 Liter Rotwein der Hausmarke für nur 2,50 €.