Palermo

Nach einer ruhigen Nacht in einem bequemen Bett genieße ich den unglaublichen Ausblick von Balkon mit einem frischen Espresso. Das Foto ist natürlich nur ein Ausschnitt von dem, was man mit den Augen sieht. Wirklich schade, dass ich hier gestern den Sonnenuntergang knapp verpasst habe, denn gleich geht es schon weiter. Die Gassen hier oben sind noch sehr urtümlich und schmal. Wie gut, dass ich nur einen kleinen Mietwagen habe.

So sieht Caronia dann von etwas weiter unten aus. Alles dicht, verwinkelt und individuell bebaut. Oft sieht man während der Fahrt solche Orte, die oben auf einem Hügel erbaut wurden.

Ein Stopp auf dem Weg nach Palermo ist in Cefalù. Ein schöner Ort, in dem ich mir einen Cannolo gönne. Diese sizilianische Spezialität besteht aus einer festen Teigrolle, ähnlich einer Eiswaffel, die mit einer Mascarpone-Creme gefüllt ist. Das kann und sollte man hier auf Sizilien auf jeden Fall mal probiert haben.

Obwohl der Strand mit dem flachen, stehenden Wasser nicht besonders einladend ist, gibt es kaum noch ein freies Plätzchen. Vermutlich ist heute am Sonntag auch besonders viel los. Mich reizt das nicht und ich setze meine Fahrt nach Palermo fort.

Das Hotel ist in einem Haus in der Altstadt in der sechsten Etage. Hinauf geht es mit einem Fahrstuhl aus den 50er Jahren, bei dem man eine äußere und eine innere Tür noch manuell schließen muss, damit der Fahrstuhl sich in Bewegung setzt. Vom Hotel sind es nur ein paar Minuten zu Fuß bis zu den ersten sehenswerten Gebäuden. Da wäre zum Beispiel das Teatro Massimo, das seit 1897 auf der Piazza Giuseppe Verdi steht und über 1300 Gästen Platz bietet. Zwei eindrucksvolle Löwenskulpturen zieren die große Freitreppe. Francis Ford Coppola drehte hier noch zu Zeiten, als die Oper wegen der Mafia geschlossen war, die Schlussszene von „Der Pate III“. Erst 1997 wurde die Oper dann wieder eröffnet und ist nun für die Stadt ein Symbol des Widerstandes gegen die Mafia.

An der Piazza steht auch einer der sehenswerten Jugendstil-Kioske, die gut erhalten noch heute in Betrieb sind.

Nur 500 Meter entfernt ist das Teatro Politeama, das nur 20 Jahre vor dem Teatro Massimo fertiggestellt wurde.

Die Via Maqueda ist heute, am Sonntag, für den Verkehr gesperrt. Über ein paar hundert Meter sind dort unzählige Verkaufsstände aufgebaut und Restaurants haben Tische und Stühle auf die Straße gestellt.
Die prächtige Cattedrale di Palermo darf man natürlich nicht auslassen, wenn man in der Stadt ist. Solche Gebäude werden ja im Laufe der Jahrhunderte immer erweitert, erneuert oder umgebaut, aber ursprünglich wurde der Dom vor 750 Jahren errichtet.

Auf den ersten Blick denkt man bei Handhaltung der Statue an den gehobenen Mittelfinger, 🙂 aber bei genauerem Hinsehen ist es dann doch der Zeigefinger.

Das Porta Nuova war jahrhundertelang das wichtigste Stadttor Palermos.

Mit Sicherheit gibt es noch einiges mehr zu sehen in Palermo, aber der Tag neigt sich dem Ende zu und nach dem Abendessen ziehe ich mich ins Hotel zurück. Das Teatro Massimo, an dem ich dabei noch einmal vorbeigehe, ist jetzt sehr stimmungsvoll beleuchtet.