Laos

Von Chiang Mai geht es heute Nachmittag für mich in circa 1,5 Flugstunden nach Laos, genauer gesagt nach Luang Prabang. Das Land hat in etwa die Größe von Großbritannien, allerdings mit nur 7,5 Millionen Einwohnern, von denen über 30 % unter 15 Jahre alt sind. Es ist das einzige Binnenland in Südostasien. Ein großes Problem des Landes sind die unzähligen, unentdeckten Blindgänger. Um den Nachschubweg der Vietnamesen zu unterbrechen, flog die USA zwischen 1964 und1973 über eine halbe Million Angriffe auf Laos. Noch heute sind schätzungsweise 80 Millionen Sprengsätze nicht entschärft. In keinem anderen Land gibt es so viel, nicht explodiertes Kriegsmaterial im Boden. Regelmäßig werden immer noch Menschen durch Blindgänger verletzt oder getötet werden. Sich auf eigene Faust abseits bekannter Wege im Land zu bewegen, sollte man besser lassen. Bei Laos handelt es durch den Einparteienstaat und die damit einhergehende Machtverteilung nicht wirklich um ein freies Land, auch wenn es Demokratische Volksrepublik Laos heißt. Über eine Länge von fast 2000 km grenzt das Land an den Mekong, die Lebensader einiger Länder in Südostasien. Luang Prabang nimmt mit knapp 70000 Einwohnern den 4. Platz der Städte ein. Die Hauptstadt Vientiane hat circa 10 Mal so viele Einwohner. Die Inflationsrate war noch 2024 über 23 %, aber aktuell ist sie nur noch bei 4 %. Währung in Laos ist der Kip. Der größte Schein ist 100000 ₭ (ca. 4 €) und der kleinste im Umlauf befindliche ist 500 ₭ (ca. 0,02 €).
Bereits am Flughafen in Thailand werde ich mit einem Problem konfrontiert, denn ich habe bisher nur einen Hinflug gebucht. Es ist jedoch auch ein Weiterflugticket erforderlich, sonst kann die Einreise verweigert werden. Ich muss ein Formular ausfüllen, dass ich informiert wurde und auf eigenes Risiko fliege. Lao Airline hat die Plumeria als Logo, die seitdem mir bei der Ankunft in Honolulu ein duftender Lei aus den Blüten um den Hals gelegt wurde, für mich das Symbol tropischer Länder ist.

Der Flughafen von Luang Prabang ist fast in der Stadt und so sind wir schon relativ tief, als wir bei 30 °C Außentemperatur über den braunen Mekong fliegen, der in der Nachmittagssonne sogar eher grünbraun aussieht. Am Flughafen hat sich eine gewaltige Wolkenformation aufgetürmt.

Noch während der Sicherheitskontrolle buche ich mir schnell noch ein Ticket, um gleich keine Probleme zu bekommen. Alternativ hätte man sich auch ein Onward Ticket kaufen können. Das ist kein echtes Ticket, sondern nur eine Ticketreservierung, die nach einer kurzen Zeit automatisch verfällt. Für die Einreise könnte man das aber als Nachweis verwenden und es kostet je nach Strecke nur einen kleinen zweistelligen Eurobetrag. So kurzfristig wie bei mir wäre aber nicht sichergestellt, dass ich die Bestätigung noch rechtzeitig bekommen hätte. Das „Visum on Arrival“ kostet 50 $ plus 1 $ Bearbeitungsgebühr. Wie ich feststellen muss, werden aber nur einwandfreie Scheine angenommen. Mein 50 $ Schein hatte in der Mitte irgendeine Verfärbung, weil er vermutlich mal feucht geworden ist, und wurde abgelehnt. Ich muss also erstmal ohne Pass raus aus dem Flughafengebäude, um mir am ATM die Landeswährung zu holen. Leider ist die maximal Summe 2.000.000 (ca. 80 €) zuzüglich 30000 ₭ Gebühr. Als Millionär gehe ich also zurück und zahle 1.000.000 ₭ als Gebühr für das Visum. Die Umrechnung $ in ₭ ist natürlich nur über den großen Daumen, und zwar nicht zu meinen Gunsten. Nach dem Umrechnungskurs aus dem Internet wären es nämlich aktuell nur 866.000 ₭ gewesen. So wurde ich also schon vor der Einreise das erste Mal abgezockt. Natürlich hat, zumindest dieses Mal, niemand nach einem Weiterreisticket gefragt. Nachdem ich meinen Koffer geholt habe, kaufe ich mir eine SIM-Karte von Unitel für 60000 ₭ und einen Platz im Sammeltaxi für 100000 ₭. Da hab ich also in wenigen Minuten schon fast 1,2 Millionen Kip ausgegeben. Bis ich mich an die hohen Summen gewöhnt habe, wird es wohl noch etwas dauern. Natürlich ist meine Unterkunft mal wieder die letzte Adresse, die das Sammeltaxi anfährt. Der Sonnenuntergang ist bereits um 17:30 Uhr und so ist es bereits dunkel, als ich die nähere Umgebung und den Nachtmarkt zu Fuß erkunde. Auch in Laos gilt die Devise Fleisch, Fleisch und nochmal Fleisch. Dadurch reduziert sich die Auswahl für mich beträchtlich. Gebratene Frösche in einer gräulichen Flüssigkeit, oder auch manch andere undefinierbare Dinge, würden mich jedoch selbst dann nicht reizen, wenn Fleisch noch auf meinem Speiseplan stände.

Der erste Eindruck ist sehr ähnlich zu Thailand, aber hier gibt es nicht alle paar Meter einen 7-Eleven und auch der kleine Supermarkt ist eher sozialistisch angehaucht. Witzigerweise stehen die Bierdosen im. Regal hier alle auf dem Kopf.