Nong Khiaw

Die nächsten Tage werde ich weiter nördlich verbringen. Üblicherweise werden dorthin Fahrten mit Mini-Vans für 12 Personen angeboten. Die Personen erst einmal alle in ihren Hotels abzuholen und dann mehrere Stunden in dem vollen Van zu sitzen, ist jedoch nicht mein Ding. Ich habe mich daher entschlossen die 140 km mit dem Roller zu fahren. So sieht man noch etwas mehr von der Gegend und kann jederzeit anhalten, um Fotos zu machen, einen Kaffee zu trinken oder das Örtchen aufzusuchen. Das Navi zeigt knapp 4 Stunden Fahrzeit an, was auf dem Roller schon grenzwertig ist. Zunächst aber muss ich erstmal meinen großen Koffer in das Hotel bringen, in dem ich nach meiner Rückkehr einchecken werde. Ich verhandele mit einem „Taxi“-Fahrer den Preis für die Fahrt. Sein zuerst genannter Preis von 150000 ₭ ist natürlich ein absoluter Wunschpreis. Nach einigem Hin und Her einigen wir uns auf 80000 ₭. Er fährt vor und ich fahre mit dem Roller hinterher. Dann geht es los und hätte ich gewusst, was mich erwartet, dann wäre ich vermutlich doch nicht mit dem Roller gefahren. Das, was ich gestern an Schlaglöchern auf dem Weg zum Wasserfall umfahren musste, war nichts im Vergleich zu dem, was den Straßenzustand dieser Strecke angeht. Oft sind die gefährlichen Löcher, wenn sie im Schatten der Bäume sind, erst im letzten Moment zu sehen. Immer wieder gibt es auch gar keinen Asphalt mehr, sondern nur holprige Schotterabschnitte. Dazu kommen noch unzählige große LKW’s, die auf der Strecke unterwegs sind, und Unmengen an Staub aufwirbeln. Dass die nicht immer verkehrssicher und korrekt beladen sind, brauche ich ja nicht zu erwähnen. Ein nicht unerheblichen Teil der Strecke ist die Fahrt trotz des sonnigen Wetters also kein Vergnügen und durchaus anstrengend. Ab und zu gibt es zwar schöne Ausblicke, aber die meisten Ortschaften laden nicht zu einem Stopp ein, sodass ich nur eine Pause einlege, um mich etwas zu stärken.

Am Ende der Fahrt ist der erste Eindruck der Landschaft bei Nong Khiaw aber durchweg positiv. Mein Hotel hat, wie viele andere hier, Blick auf den Fluss. Offensichtlich wollen auch noch andere etwas von dem Geld der Touristen abbekommen, denn es wird eine ganze Menge neu gebaut. Das trägt natürlich nicht gerade zur Verschönerung bei. Da es sicher keine Reglementierung gibt, baut jeder so, wie er möchte. In einigen Jahren hat der Ort dann bestimmt seinen ursprünglichen Charakter verloren und es werden noch viel mehr Touristen in der Gegend herum kraxeln. Der Ort selbst wird teilweise im Internet als besonders schön und authentisch gelobt. Das mit „schön“ kann ich bisher nicht teilen, aber vielleicht kommt das ja noch. Ich bleibe vier Nächte.

Am Ende des Tages hat erstmal das Abwaschen des ganzen Staubes Priorität. Frisch geduscht genieße ich den Sonnenuntergang, esse etwas zu Abend und hoffe auf eine erholsame Nacht.