Nachdem ich die erste Nacht in einem Zimmer ohne Ausblick geschlafen habe, bin ich heute in ein anderes Zimmer gewechselt. Der Ausblick von der Veranda ist so, wie ich es erwartet habe. Morgens um 8 Uhr kleben noch ein paar tief hängende Wolken an den Karstfelsen und im Schatten sind es nur etwa 15° C.
Natürlich gibt es auch hier eine kleine Tempelanlage, die von Mönchen bewohnt wird.
Der Reis wird am Morgen direkt aus den Säcken auf der Ladefläche des Trucks verkauft. Da braucht es auch keine geeichte Waage. Wie unkompliziert das Leben doch auch sein kann.

Ich fahre ohne konkretes Ziel mit dem Roller herum und genieße die schöne Natur. Natürlich gibt es hier auch irgendwelche Höhlen, Wasserfälle oder andere Stellen, die für eine kleine Eintrittsgebühr zu besichtigen sind, aber das muss jeder selbst entscheiden, ob man alles mitnehmen muss, oder halt nicht. Nicht alles, für das man ein Ticket kaufen muss, ist auch wirklich sehenswert. Anders ist das jedoch mit den verschiedenen Aussichtspunkten hier. Da ist jeder für sich sein Geld wert, allerdings ist der Eintritt das kleinere Übel. Den Aufstieg muss man sich mit viel Schweiß und nicht ohne Gefahr erarbeiten. Es gibt nämlich keine ausgebauten Wege, die nach oben führen, sondern nur die natürlichen Felsen, die in dem Bereich lediglich von der Vegetation befreit wurden und teilweise mit Halteseilen oder Stufen aus den abgeschlagenen Ästen „aufbereitet“ wurden. Sowohl beim Aufstieg, als auch beim Abstieg besteht die Gefahr, dass man abrutscht, oder sich den Fuß verletzt. Es ist dann fast unmöglich eine verletzte Person dort zu bergen, und es kann auch Stunden dauern, bis man überhaupt entdeckt wird. Ich finde den Abstieg fast noch schwieriger, als den Aufstieg, wogegen der Aufstieg natürlich anstrengender ist. Oben angekommen gibt es eine Plattform, die zu betreten auch etwas Mut erfordert. Die klapperige, angerostete Konstruktion mit dem viel zu niedrigen Geländer ist nicht sehr vertrauenerweckend. Der Ausblick ist am Ende die Belohnung für die Anstrengung.
Am späten Nachmittag erklimme ich den Som Nang Viewpoint. Der Aufstiegspunkt mit dem Tickethäuschen befindet sich direkt vorne bei der Brücke und es kostet 30000 ₭. Der ist nicht ganz so hoch, aber aufgrund der relativ soliden Plattformen oben sehr beliebt für den Sonnenuntergang. Die laotische Flagge weht ganz leicht im Wind, als die Sonne dunkelorange hinter den Bergen abtaucht.
Am nächsten Morgen geht es zu dem etwas anspruchsvolleren Nang None Mountain View Trail, der etwas versteckt vor dem Ortseingang beginnt und somit auch sehr wenig besucht ist. Mir ist dort niemand begegnet. Die Weihnachtssternsträucher sind ein willkommener Farbtupfer auf dem sonst eher dunklen Weg. Als nach einer ganzen Zeit an einem Baum ein Schild hängt, auf dem steht, dass man die Hälfte geschafft hat, ist das nicht sehr motivierend. Nach der bisherigen Anstrengung ist es nicht „schon die Hälfte!“, sondern „erst die Hälfte?“.
Es begegnet mir sogar ein wildlebendes Tier auf dem Trail. 🙂
Sehr beliebt ist auch der Nong Khiaw Viewpoint, den ich aber aufgrund des schlechter gewordenen Wetters, nicht erklimme (das Foto ist von Tag zuvor). All die Mühe, um dann oben von der schlechten Sicht enttäuscht zu sein, das muss ich mir nicht antun. Besonders gefährlich werden die Pfade natürlich auch, sobald es anfängt zu regnen. Der lehmige Boden und die Steine werden dann sehr rutschig. Auch hier die Hinweise auf bisher unentdeckte Blindgänger abseits des Weges. Wie so oft, müssen hier auch die Kinder schon früh mithelfen.














