Muang Ngoy

Heute geht es um 8:30 Uhr los mit der Tour auf dem Nam Ou Fluss. Direkt unten an der Brücke liegt das Slow boat. Bis zum nächsten Ort bin ich der einzige Passagier an Bord. Bedauerlicherweise ist es heute komplett bewölkt und dementsprechend auch etwas kühler. Der Motor ist sehr laut. Wie der Kapitän das Tag für Tag ohne Gehörschutz aushält, ist mir ein Rätsel.

Merkwürdigerweise sieht man gar keine frei lebenden Tiere hier. Man sieht nicht mal irgendeinen Vogel in den Bäumen. So ein stattlicher Wasserbüffel im Fluss sieht für einen Europäer zwar besonders aus, aber hier ist es halt nur ein Nutztier.

Nach einer ¾ Stunde halten wir an einem Dorf an, in dem die anderen Teilnehmer der Tour zusammen mit einem Guide die letzte Nacht verbracht haben. Insgesamt sind wir ohne den Guide 5 Personen. Eine schöne kleine Gruppe also. Nach einer Weile erreichen wir Muang Ngoy. Etwa 700 Menschen leben in dem Ort, der nur in der Trockenzeit auch über einen nicht asphaltierten Weg erreicht werden kann. Im Prinzip besteht der Ort nur aus einer ein paar hundert Meter langen betonierten, geraden Straße und den daran angrenzenden Häusern. Wem es in Nong Khiaw noch zu viel Trubel ist, der kann hier auch übernachten. Es gibt ein paar Restaurants und Cafés und die nötigsten Dinge kann man auch kaufen. Ob es den Bewohnern gefällt oder nutzt, wenn die ganzen Touristen hier täglich kurz anhalten, um sich das anzuschauen, bleibt fraglich. Da in der Regenzeit hier quasi niemand herkommt, müssen die Bewohner die Zeit auch ohne das Geld der Touristen klarkommen. Wir trinken im Restaurant am Flussufer noch etwas, bevor es mit dem Boot weitergeht.

So etwas wie diese Nähstube mit Waschservice zeigt dann doch, dass hier trotz der Touristen noch einiges ursprünglich geblieben ist.

Es geht wieder bereits ein Stück flussabwärts und nach einer knapp einstündigen Wanderung erreichen wir den Tad Mok Wasserfall. Leider sind die Reisfelder Mitte November schon vor kurzen abgeerntet worden. Sonst wäre die Wanderung durch leuchtend grüne Reisfelder deutlich schöner gewesen.

Es ist ein kleiner Wasserfall mit vielen Touristen, die hier auch alle das mitgebrachte Mittagessen zu sich nehmen. Es gibt ein paar Bänke, einen Unterstand und scheinbar relativ neu zwei Umkleidekabinen, denn man kann in dem kleinen Pool vor dem Wasserfall auch baden. Das Wasser ist etwas kühl, aber nach kurzer Überlegung überwinde ich mich. Besonders ist, dass man auch hinter den Wasserfall schwimmen kann. Eine angenehme Erfrischung ist es allemal.

Für unsere Gruppe gibt es Bananen und Bratreis, ganz ökologisch in Bananenblättern verpackt, aber enttäuschenderweise mit Einweg-Plastiklöffeln. Der Mülleimer quillt über und ich frage mich, warum nimmt nicht jede Gruppe ihren Müll wieder mit? In den abgeernteten Reisfeldern laufen allerlei Nutztiere frei herum. Verschiedene Kühe, kleine schwarze Schweine, Hühner und Wasserbüffel fühlen sich scheinbar miteinander wohl. Es gibt keinerlei Einzäunung.

Eine Kuh steht mitten auf dem Weg und macht keine Anstalten einen Schritt zur Seite zur gehen. Ein Stück geht es noch mit dem Boot weiter, bis wir überwechseln in Kanus, mit denen die letzten 30-45 Minuten zurückgelegt werden. Es fängt etwas an zu regnen, aber zum Glück erst kurz vor dem Erreichen des Zieles um 15:30 Uhr. Das waren ein paar entspannte Stunden ohne größere Herausforderungen.
Die Tour hat 30 $ gekostet. Für 7 Stunden und das Programm ist das ok. Für die Anbieter ist das vermutlich aber ziemlich lukrativ, besonders wenn alle möglichen Plätze gebucht wurden.