Luang Prabang

Die Rückfahrt nach Luang Prabang steht bevor. Mir graut schon davor, da Regen angesagt ist. In der Nacht hat es bereits unaufhörlich geregnet. Der einzige Vorteil, den der Regen mit sich bringt, ist, dass die Straßen dann nicht so staubig sind. Kurz nach dem Frühstück hört es erfreulicherweise auf zu regnen und die erste Stunde der Fahrt ist es trocken, allerdings etwas kühl. Da ich schlecht vorbereitet war und mein großes Gepäck nicht mitgenommen habe, fehlt mir die lange Hose und eine Jacke. Ich ziehe die drei T-Shirts, die ich mitgenommen hatte, alle übereinander an und so geht es einigermaßen. Ich denke gerade noch, dass die Straße ja gar nicht so schlimm ist, wie ich das auf der Hinfahrt empfunden habe, aber dann geht es wieder los. Zu allem Übel fängt es jetzt auch noch wieder an zu regnen. Zum Glück habe ich wenigstens noch einen Regenponcho dabei. Die nächsten zwei Stunden fahre ich im Regen, was die Begegnung mit den Trucks und SUVs nicht gerade angenehmer macht. Oft weichen die nämlich ziemlich rücksichtslos Schlaglöchern aus, oder überholen, wenn sie es eigentlich nicht tun sollten. Als Zweiradfahrer hat man da nicht viel zu melden. In der letzten Stunde ist die Straße dann wieder trocken und ich werde in eine Staubwolke nach der nächsten eingehüllt. Immer, wenn ich einen LKW komme sehe, atme ich tief ein und halte möglichst lange die Luft an. Manchmal hat man ja aber auch einen vor sich, den man nicht gleich überholen kann. Die knapp 4 Stunden bin ich diesmal mit dem Gedanken an eine schöne warme Dusche im Hotel ohne Pause durchgefahren. Ich würde diese Tour mit dem Roller aus den genannten Gründen niemandem empfehlen, zumal es ja auch unterwegs nichts Außerordentliches zu sehen gibt, oder nichts, wo man mal gemütlich ’ne Pause machen kann. Kurz nach 22 Uhr drücke ich heute schon meinen Kopf ins Kopfkissen. Zum Glück ist dieses Hotel etwas besser, sodass ich die Batterie gut wieder aufladen kann.


Den nächsten Tag verbringe ich noch entspannt in Luang Prabang. Überraschenderweise möchte der Vermieter seinen Roller schon etwas früher zurückhaben, weil er am Nachmittag ein Fußballspiel sehen will. Da das etwas abseits liegende Hotel kostenlos Fahrräder zur Verfügung stellt, stimme ich zu und bekomme die Rollermiete für den Tag erstattet.
Meine kurze Hose ist kurz davor ist den Geist aufzugeben, also schaue ich mich auf dem Phosy Markt, auf dem es überwiegend Nonfood Ware gibt, nach Ersatz um und kaufe für 6 € eine „echte“ Levis. Ich bin nicht gut im Verhandeln und bin mir sicher, dass das auch noch günstiger möglich gewesen wäre. Immerhin wollte man mir in der Stadt mehr als das doppelte für eine schlechtere Qualität abknöpfen. Die Gänge in dem Markt sind schmal und die Ware ist bis unter das Dach gestapelt.
Erstaunlich auch, wie viele unterschiedliche Reissorten hier angeboten werden. Teilweise unterscheiden die sich im Preis nur um 1000 ₭, also 0,04 €.

Die ATMs sind hier meist frei stehend, mal mit und mal ohne Tür, und dann gleich mehrere nebeneinander. Zufällig komme ich auch noch an der Präsidentenbüste vorbei, die mit einem prunkvollen Dach vor Regen geschützt wird.

Am Rande eines Nachtmarktes entdecke ich einige scheinbare ausrangierte Buddha-Figuren, die langsam von der Natur verschlungen werden.

Egal wie klein der Shop auch ist, das große Beerlao-Schild zeigt schon von weitem, worauf es ankommt. 🙂