Heute geht es mit Laos Air eine Flugstunde weiter Richtung Süden, und zwar nach Pakse. Auch auf den kurzen Flügen gibt es hier immer noch etwas zu trinken und einen Snack. Diesmal nicht mit einer Propellermaschine.
Es gibt, wie auch in Thailand und Vietnam verschiedene Loops, die vorzugsweise mit dem Motorrad gefahren werden. Hier in Laos sind es der Thakhek Loop und der Bolaven Loop. Für beide gibt es Varianten, je nachdem wie lange man unterwegs sein will oder kann. Da Thakhek innerhalb von Laos relativ schwierig zu erreichen ist, habe ich mich für den Bolaven Loop entschieden, den man direkt von Pakse aus beginnen kann. Die Anreise von Vientiane oder Pakse nach Thakhek würde mit dem Bus nämlich über 7 Stunden dauern. Besser wäre es dorthin zu gelangen, wenn man von Thailand kommt, oder innerhalb von Laos nach Savannakhet fliegt. Von dort wären es dann „nur“ noch 3 Stunden Autofahrt.
Pakse hat circa 70000 Einwohner und sonst als Stadt eigentlich nichts zu bieten. Mein Hotel liegt auch nicht gerade im Zentrum, hat dafür aber einen schönen Garten und einen Pool. Außerdem gibt es einen kostenlosen Shuttle, der die Gäste am Abend zu einem beliebigen Restaurant oder Punkt in der Nähe des Zentrums, oder auf dem Weg dorthin, bringt und auch wieder abholt. Zusammen mit der thailändischen Eigentümerin des Hotels plane ich die nächsten Tage. Zunächst bleibe ich zwei Nächte im Hotel, dann mache ich nur mit dem Rucksack den kleinen Bolaven Loop (2D/1N), übernachte dann wieder eine Nacht im Hotel, bevor es mit dem Bus weiter Richtung Süden geht. Diesen Abstecher hatte ich bisher noch gar nicht vorgesehen. Zum Abschluss folgt eine weitere Übernachtung im Hotel in Pakse. Da ich den Flug nach Hanoi bereits auf dem Flughafen vonChaing Mai gebucht hatte, war ich mit dem Ende meines Aufenthaltes in Laos nicht flexibel. Motorrollervermietung und Bustickets konnte ich bequem über das Hotel buchen. Ich habe mir zuvor auch den auf vielen Seiten empfohlenen Motorrollerverleih Miss Noy angeschaut, bei dem es sogar jeden Abend noch ein Briefing für den Loop gibt. Mir gefallen die dort überwiegend vermieteten halbautomatischen Roller ohne Gepäckfach unter der Sitzbank auch nicht so. Wenn jemand noch keine Erfahrung damit hat in einem fremden Land mit dem Motorroller durch die Gegend zu fahren, dann ist das bestimmt eine gute Adresse. Aufgrund der hohen Nachfrage sind die Roller in Pakse auf jeden Fall etwas teuerr. Zwischen 7,50 € und 10 € muss man schon rechnen. Wer sehr sicherheitsbewusst ist und 1a Roller mit Versicherung mieten will, muss natürlich tiefer in die Tasche greifen. Am ersten Abend lasse ich von Shuttle zentral absetzen, in der Annahme dann ein Restaurant zu finden. Leider ist die Auswahl sehr klein und ich irre eine ganze Weile herum. Starker Wind macht das ganze zu einer erfrischenden Erkundung. Am Ende lande ich bei Meiling und esse eine heiße Nudelsuppe.
Der nächste Tag führt mich zu Sehenswürdigkeiten in der Umgebung von Pakse. Die Straßen hier sind zum Glück relativ gut und man wird nicht ständig in Staubwolken eingehüllt. Circa eine Stunde Fahrt sind es bis Vat Phou. Unterwegs halte ich an einer Stelle an, wo einige Autos stehen und viele Leute zu sehen sind. Ich denke, dass es hier wohl etwas zum Mittag geben wird, aber es handelt sich um eine Hahnenkampfarena. Das muss ich mir nun wirklich nicht anschauen. Vat Phou ist ein ehemaliger hinduistischer Tempelkomplex der Khmer, der am Fuße des heiligen Berges Lingamparvata liegt. Die Ruinen stammen aus dem 11. bis 13. Jahrhundert. Man hat mit Lidartechnik herausgefunden, dass es eine Verbindungsstraße zum 400 km entfernten Ankor Wat in Kambodscha gab. Vat Phu ist nicht so groß und spektakulär, aber ein lohnenswerter Ausflug, wenn man in Pakse ist. Am späten Vormittag sind nur ein paar Leute in der Anlage unterwegs. Wie der Alltag hier wohl vor 800 Jahren ausgesehen haben mag? Man sollte mit Hin- und Rückfahrt auf jeden Fall 4 bis 5 Stunden einplanen. Parken kostet 10000 ₭ und der Eintritt 55000 ₭. Vom Parkplatz wird man bei Bedarf erst circa einen Kilometer mit einem offenen Minibus gefahren, dann kann sich frei in der Anlage bewegen. Teilweise wird an der Restauration gearbeitet. Mir scheint es, als ob man nicht versucht, die fehlenden Teile der alten Gebäude nachzubilden, sondern als ob diese Gebäudeteile nicht stilecht neu herstellt werden. Für mich passt das optisch gar nicht, aber ich denke, bei einem UNESCO-Weltkulturerbe müssen gewisse Regeln eingehalten werden. Vielleicht soll man ja auch ganz bewusst sehen, was ergänzt wurde.
Auf dem Rückweg fahre ich noch zum Wat Phousalao, wo ein großer Buddah über der Lao-Nippon-Brücke auf Pakse und den Mekong schaut. Er ist aber nicht allein da oben. Hunderte, etwas kleinere Figuren sind in mehreren Reihen hinter ihm aufgereiht.
Ich bin gerade noch kurz vor Sonnenuntergang dort oben angekommen und fahre um 17:30 Uhr mit dem letzten Tageslicht den Berg wieder hinunter, weil ich die Serpentinen mit Schlaglöchern lieber nicht im Dunklen fahren möchte.















