Bolaven

Ich fahre den kurzen Bolaven Loop entgegen dem Uhrzeigersinn. Das ist anders als es von den meisten gemacht wird. Es gibt zwar im Internet die Karten für den Loop, aber der QR-Code darauf funktioniert nicht und auch das mit der leeren E-Mail an die angegebene Adresse für GPS-Daten usw. funktioniert nicht. Die Einheimischen fahren oft mit diesen Bussen, die teilweise noch viel voller mit Menschen und Gepäck sind.

Wenn man die Strecke fährt, wird man schnell feststellen, dass die meisten Punkte nicht ausgeschildert sind. Man muss also, wenn möglich den Tageskilometerzähler zurücksetzen oder sich zumindest den Kilometerstand bei Abfahrt merken. Die Entfernungsangaben sind oft der einzige Hinweis, wo man abfahren müsste, um etwas zu finden.

Bis Kilometer 40 ist der Bereich der 4 Sisters, alle mehrerer Wasserfälle. Den ersten davon verpasse ich schon mal, weil ich da noch dachte, dass es zumindest kleine Hinweisschilder am Straßenrand geben würde. Der Tad Fane ist mit 120 Metern der höchste Wasserfall in Laos. An zwei schmalen Stellen fällt das Wasser nahezu parallel hinab. Es ist natürlich das volle Programm mit Parkplatz- und Eintrittsgebühr fällig. Vom Parkplatz sind es nur ein paar Meter zu gehen. Direkt über dem Weg hängt eine riesige 7-beinige Seidenspinne.

Sehr beliebt scheint hier das Ziplining zu sein. Über drei unterschiedlich lange Seilstrecken kann man hier für 30 $ über die Schlucht gleiten. Ich überlege etwas, aber als ich mich gegen 11 Uhr entschlossen habe das auch zu machen, werden gerade keine neuen Kunden angenommen, da noch 20 Leute warten und das Personal dann Mittagspause macht. Es geht wohl erst um 13 Uhr weiter. Ob das so schlau gelöst ist, den Laden am Vormittag für zwei Stunden zu schließen, ist fraglich. Zwei Stunden da zu warten, ist aber auch keine Alternative. Enttäuscht fahre ich durch eine Kaffeeplantage zum nächsten Wasserfall, dem Champee. Auch hier muss man natürlich erstmal das Portemonnaie zücken. Das sieht aber schon beim Parkplatz nicht so doll aus. Ich frage jemanden, der gerade zurückkommt und er ist nicht begeistert. Der Wasserfall ist nicht so toll und es liegt wohl viel Müll herum. Ich fahre also gleich weiter zum Tad Yuang bei Kilometer 40. Der ist ganz schön, aber es sind auch einige Stufen bis nach unten bzw. danach wieder hinauf. Ein paar Mönche leuchten mit ihrer orangen Kleidung in dem Grün.

Mittlerweile ist es nach 12 Uhr und ich fahre nochmal zurück zum Tad Fane. Von vorhin weiß ich ja, dass man vom Parkplatz ohne weiteres auch beim Ausgang hereingehen kann. So brauche ich mir kein neues Ticket zu kaufen. Ich hab zwar auch noch das von vorhin, aber ich vermute am Eingang wäre ich damit nicht ein zweites Mal hereingelassen worden. Beim Ziplining geht es auch schon wieder weiter. Nach einer kurzen Einweisung geht es dann auch schon los. Ich bin vermutlich einer von ganz wenigen, die sich nicht für zusätzliche 8 $ mit dem eigenen Handy von einem parallel mitfahrenden Angestellten filmen lassen. Es ist einfach genial, in circa 100 Meter Höhe über die Schlucht zu sausen. Alle drei Seile sind wirklich toll. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, noch einmal zurückzukommen. Das Einzige, was etwas stört, ist, dass man nicht beeinflussen kann, ob man sich an dem Seil dreht. Fast jedes Mal bin ich rückwärts an den Plattformen angekommen.

Bei Kilometer 38 esse ich etwas zu Mittag, bevor es weitergeht. Ich weiß noch gar nicht, in welchem Ort ich übernachten werde. Als ich durch Paksong fahre, ist mir klar, dass es dort nicht sein wird. Mittlerweile hat sich der Himmel zugezogen und es ist dementsprechend auch ein paar Grad kühler. Besser noch, als wenn es regnen würde, aber auch nicht gerade Wohlfühlwetter. Die nächste Möglichkeit zum Übernachten wäre Thateng. Das ist aber auch kein schöner Ort, sodass ich noch bis Tad Lo weiterfahre. Unterwegs sind überall große Sträucher mit gelben Blüten. Der Marktplatz in Tad Lo ist sehr rustikal, ohne Befestigung. Bei Regen muss das eine Schlammwüste sein.

Das Zimmer ist sehr einfach, kostet aber auch keine 10 € die Nacht. Von der Terrasse schaut man direkt auf die Reisfelder, die ja aber leider derzeit abgeerntet sind.


Die Nacht war außerordentlich ruhig. Gut nur, dass von dem Pärchen aus Neuseeland, das im Nebenzimmer schläft, niemand geschnarcht hat. Es ist nämlich extrem hellhörig. Morgens um 5 Uhr kläffen dann jedoch irgendwelche Hunde und die Hühner sind akustisch auch schon aktiv. Nach dem Frühstück lege ich mich erst noch einmal eine Weile in die Hängematte auf der Terrasse und genieße die wärmende Morgensonne. Eigentlich wollte ich noch zum Wasserfall, aber ich hab keine Lust schon wieder Eintritt und Parkgebühren zu bezahlen. So spektakulär sind die Wasserfälle nun auch nicht, dass man für jeden bezahlen möchte. Zumindest einen der beiden kann man auch von einer anderen Stelle aus sehen. Auch wieder einer der Wasserfälle, die ich nicht als solchen bezeichnen würden. Das Wasser fällt hier nirgendwo herunter, sondern fließt lediglich ein paar Stufen hinab.

Erster Anlaufpunkt auf meiner Weiterreise ist der Vat Paa. Ein Tempel mitten im Wald, umringt von riesigen Bäumen. Eine holperige, nicht asphaltierte Straße führt dorthin und zwingt zum langsam fahren. Alle Kinder freuen sich über die vorbeifahrenden Touristen und winken oder klatschen ab. Die fünf Ladys haben noch für ein Foto posiert. Interessant, wie unterschiedlich cool sie dabei sind.

Nach einer ganzen Weile stehen die Figuren der chinesischen Tierkreiszeichen links und rechts am Wegrand, bis dann zwei große Wächter die Zufahrt zum Tempel bewachen. Ein besonderer Ort, für den es sich lohnt, ein paar Minuten auf dem Roller durchgeschüttelt zu werden. Die Schmetterlinge sind farblich gut an den Waldboden angepasst.

Ansonsten gibt es auf der letzten Etappe nicht mehr viel zu sehen. Man könnte noch eine Tour durch eine Kaffeeplantage buchen oder auf nicht asphaltierten Wegen bestimmte Punkte anfahren, aber das Problem die richtigen Abzweigungen zu finden besteht weiterhin. Anscheinend werden auf der Strecke nach Pakse gerade alle Brücken gleichzeitig neu gebaut. Es ist erschreckend, zu sehen, welche Qualität der Beton hat. Risse und viele Luftblasen sind schon vor der Inbetriebnahme deutlich zu sehen. Den Rest der Strecke fahre ich durch und komme mit dem letzten blickenden Strich der Tankanzeige am Hotel an. Die Roller mietet man immer mit mehr oder weniger leerem Tank und so gibt man sie dann auch wieder ab. Zurück in Pakse fahre ich noch am Wat Luang vorbei, der aber nichts Besonderes zu bieten hat. Die Mönche sind dort gerade mit der Reinigung beschäftigt. Den Rest des Nachmittags chille ich am Pool

Mein Fazit von der Tour ist, dass der kleine Loop (2D/1N) nicht so toll ist, wie ich das erwartet hatte. Ich hatte mir mehr tolle Natur und Landschaften erwartet, ohne überall zur Kasse gebeten zu werden. Dass man auf einem Plateau unterwegs ist, merkt man auch nicht. Zum Glück sind die Straßen fast durchgängig im guten Zustand. Vielleicht ist es ja gerade der Teil des Loops, den ich ausgelassen, der besonders toll ist. Es waren interessante zwei Tage, aber ich würde das nicht als „Must See“ einstufen.