Heute fahre ich mit dem Minibus in einen Bereich des Mekong, der Si Phan Don heißt, besser bekannt als „4000 Islands“. Der Mekong ist in diesem Bereich ganze 14 km breit. Die meisten der Inseln sind unbewohnt und versinken bei Hochwasser im Mekong. Auf den wenigen bewohnten Inseln leben circa 70.000 Menschen. Die populärsten Inseln sind Don Det und Don Khon. Ich habe mich für Don Det entschieden. Um 9:15 Uhr werde ich im Hotel abgeholt. Alle anderen Fahrgäste sind schon im Bus und für mich bleibt noch der Mittelplatz in der letzten Sitzreihe. Fühlt sich ein bisschen an wie eine Sardine in der Dose. Nach ziemlich genau zwei ungemütlichen Stunden Fahrzeit erreichen wir den Ort Nakasong. Es ist ein kleines Boot für ein paar Leute mit Gepäck und nach ein paar Minuten Fahrt erreichen wir den Anleger von Don Det.
Dort angekommen sind es nur fünf Minuten zu Fuß bis zur Unterkunft. Für 30000 ₭ leihe ich mir ein Fahrrad und erkunde Don Det und, über eine Brücke ohne Geländer erreichbar, auch Don Khon. Die großen Bäume trotzen den vorbeiströmenden Wassermassen.
Auch so etwas kann man vollkommen unerwartet am Wegrand zu sehen bekommen. Keine Ahnung, warum der da liegen gelassen wurde. Von dem Rest des Büffels oder der Schlachtung ist nichts zu sehen.
Don Det zu umrunden sind ungefähr 6 km und bei Don Khon sind es ungefähr 11 km. Da es keine nennenswerten Steigungen gibt, ist es ganz locker zu machen. Zeit spielt hier anscheinend keine Rolle. Alles ist sehr entschleunigt. Erst von oben sieht man einen Ausschnitt von den unzähligen „Inseln“. Die Anzahl von 4000 ist vermutlich nur für touristische Zwecke ausgedacht worden.
Dass Kühe unbeaufsichtigt durch die Straßen mit den Restaurants ziehen, gehört ebenso dazu wie das friedliche Nebeneinander von Katze und Hühnerküken.
Sogar eine Tankstelle gibt es. Das rote ist, glaube ich, Diesel und das andere Benzin. An einer Klappe das Benzin und an der Klappe direkt dahinter Smoothies.
Es ist unvermeidbar, dass man einfach in einem der vielen Restaurants chillt und auf den Mekong schaut. Zum Sonnenuntergang werfen die Fischer ihre Netze aus, allerdings, so weit ich das beobachten kann, ohne Erfolg. Der hier im ursprünglich lebende Irraawaddy-Delfin gilt in Laos seit 2022 leider als ausgestorben. Verschiedene von Menschen verursachte Dinge haben dazu geführt.
Zu Abend esse ich bei einem Inder, wo es wirklich günstig gute indische Gerichte gibt. Leider ist die Köchin etwas überfordert, da viele Leute gleichzeitig ihre Bestellung aufgegeben haben. Es dauert über eine Stunde, bis ich endlich meine Bestellung bekomme. Die Möglichkeiten, die man hier hat, sind sehr beschränkt. Die zwei Inseln hat man an einem Nachmittag umrundet und dann kann man sich eigentlich nur noch im Hotel oder Hostel aufhalten, oder eben in einem der Restaurants. Man muss sich im Klaren sein, dass man hier nur zur Entspannung hinfährt. Ob man sich die beiden kostenpflichtigen sogenannten „Wasserfälle“ anschauen möchte, muss jeder selbst wissen. Man kann sich ja vorstellen, dass auf einer „Sandbank“ in einem Fluss nicht viel Wasserfall zu erwarten ist. Bei dem einen gibt es wohl noch eine Hängebrücke, die für einen zusätzlichen, ziemlich hohen Eintrittspreis von ungerechnet 10 € betreten werden kann. Wenn man länger als eine Nacht bleibt, dann ist empfehlenswert eine der Unterkünfte zu wählen, die zum Beispiel vor dem Zimmer eine Terrasse mit Hängematte am Mekong hat. Manche buchen „4000 Islands“ auch von Pakse aus als Tagestour ohne Übernachtung , aber das würde ich nicht empfehlen. Eine Übernachtung sollte man sich dort mindestens gönnen.
An nächsten Morgen genieße ich mein Frühstück in einem der Restaurants mit Blick auf den braunen Mekong und die alles verschlingende, grüne Natur.
Um 11 Uhr geht es dann wieder mit dem Boot nach Nakasong und kurz darauf weiter mit dem Minibus. Diesmal sichere ich mir den Platz vorne beim Fahrer. Da es noch ein paar Stopps gibt, dauert die Fahrt knapp eine Stunde länger. Wenn man Lust hat, dann kann man die Strecke auch mit dem Roller fahren. Man muss nur damit rechnen, dass ständig irgendwelche Kühe, Ziegen oder Hunde auf die Straße laufen. Zu sehen gibt es auf der Strecke jedoch nichts, aber die Straße ist relativ gut. Ich bin ganz froh, dass ich diesen Abstecher, den ich ursprünglich nicht geplant hatte, gemacht habe. Eine wirklich sehenswerte Gegend.














