Von Pakse geht es nachmittags noch einmal für eine Nacht nach Vientiane, da das mit den Flugzeiten sonst nicht gepasst hätte. So viele Flüge gibt es innerhalb von Laos nicht, und wenn man eine bestimmte Uhrzeit in einer günstigen Buchungsklasse buchen möchte, dann sollte man das so früh wie möglich machen. Ich mag ja die kleinen Flughäfen, wo man noch von Terminal zu Fuß zum Flugzeug oder umgekehrt gehen kann. Diesmal ist es wieder eine kleine Propellermaschine.
Ich habe ein Hotel relativ nah beim Flughafen gebucht, da es ja morgen wieder weiter geht. In fußläufiger Entfernung gibt es nichts zu sehen und auch wenig Restaurants. Im Internet finde ich aber doch noch eines in mit guter Bewertung in der Nähe. Als Nachmittagssnack esse ich dort einen sehr leckeren Papaya-Bohnen-Salat. Die restliche Zeit verbringe ich im Hotel, das auch einen schönen, aber etwas kalten Pool hat. Da die Temperaturen ja nachts meist unter 20 °C sind, schafft die Sonne am Tag es nicht, das Wasser aufzuheizen. Mein Zimmer im 7. Stock hat große Fenster bis zum Fußboden und so habe ich einen schönen Ausblick über die Stadt. Auf der Dachterrasse gibt es noch einen letzten Sonnenuntergang hier in Laos. In ein paar Tagen wird hier groß 50 Jahre Unabhängigkeit gefeiert. Schon tagsüber sind immer wieder Militärhubschrauber am Hotel vorbeigeflogen. Eine große Militärparade wird natürlich im Mittelpunkt der Feier stehen. Für viele Laoten ist der 2. Dezember 2025 auf jeden Fall ein ganz besonderer Tag.
Abends gehe ich erneut in das Restaurant von Nachmittag und bestelle mir ein Bambussprossencurry und die frittierten Mekong-Seaweed Blätter mit Sesam. Wieder werde ich nicht enttäuscht. Die Schale mit dem Curry ist so groß und reichlich gefüllt, dass ich gar nicht alles schaffe. Endlich mal Gerichte, die man nicht überall bekommt und die auch besonders schmecken.
Es ist Zeit für ein Fazit zur Rundreise durch Laos, aber ich kann gar kein klares Fazit finden. Da ich ja schon einige asiatische Länder kennengelernt habe, gab es nichts grundsätzlich Neues, sodass man unwillkürlich Vergleiche anstellt. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass die Laoten etwas zurückhaltender und schüchterner sind als zum Beispiel die Thailänder. Eventuell liegt das daran, dass Tourismus nicht so stark und nicht so lange vertreten ist und vermutlich hat auch das Regierungssystem und die Erziehung Einfluss darauf. Auch die Thailänderin aus dem Hotel in Pakse sagte, dass die meisten Einheimischen keinen Geschäftssinn haben. Es fällt schon auf, dass fast überall wo Geld zu verdienen ist, Vietnamesen, Thailänder oder Chinesen zu finden sind. Überrascht hat mich, dass man fast überhaupt keine frei lebenden Tiere sieht. Selbst Vögel sieht man nur selten. Störend fand ich, dass scheinbar jeder sein Müll verbrennt und es unterwegs so oft nach verbranntem Plastik riecht. Dass es kein Meer gibt, hat mir nach über zwei Wochen schon gefehlt, zumal ich die Zeit davor in Chiang Mai ja auch schon keines hatte. Es war auf jeden Fall ein lohnenswerter Aufenthalt. Ich bin nur freundliche Leuten begegnet und habe tolle Landschaften erkundet. Das Land wird, wie ich das gesehen habe, überwiegend von jungen Bachpackern und Boomern besucht wird.
Ich bin schon sehr gespannt, was das nächste Land zu bieten hat.



