Schon früh kommt wieder Leben in die Straßen von Hà Nội, wenn auch morgens um 8:00 Uhr noch angenehm verhalten. Die Sonne hatte die kühle Nachtluft noch nicht aus den Straßen verdrängt. Das mit dicker Jacke, Schal und Mütze täuscht aber. In der Sonne sind es schon 20 °C mit steigender Tendenz. Auch hier, mitten im Old Quarter, ist es an einigen Stellen sehr grün.
Rund um den Hồ Hoàn Kiếm, ein See in der Stadt, sind die Straßen morgens und abends gesperrt und viele betätigen sich hier sportlich auf unterschiedliche Weise. Während die einen die Pflanzen gießen, joggen andere oder es wird getanzt oder Thai Chi gemacht. Über Lautsprecher, die überall nahezu unsichtbar in der Stadt angebracht sind, werden irgendwelche Texte und teilweise auch Musik abgespielt. Ich vermute, das sind irgendwelche sozialistischen Motivationsreden und Volkslieder.
Eine der Sehenswürdigkeiten in Hà Nội ist die Train Street, in der ein Lokal am anderen versucht, die Besuchern zum Konsum zu überreden. Unzählige Touristen schlängeln sich durch die Straße, ob wohl diese eigentlich wegen der häufigen Unfälle schon mehrfach geschlossen wurde. Jetzt am Vormittag um 11 Uhr ist kein Zug im Anmarsch und es wird auch noch nicht so viel Bier getrunken. Ich werde am Abend um 19:30 Uhr nochmal wiederkommen, um das mit durchfahrendem Zug zu erleben. Ähnlich hatte ich das ja schon mal in der Nähe von Bangkok miterlebt, dort war es aber nicht so eine „Partymeile“, sondern mehr ein Markt, der an die Gleise grenzt.
Die Bambusstangen biegen sich auf den Schultern der Händlerinnen ordentlich unter dem Gewicht der getragenen Waren. Das ist schwer verdientes Geld.
Als Nächstes schaue ich mir den Literaturtempel Trải nghiệm Đêm Văn Miếu an, der gar kein Tempel ist. Er ist zwar das Hauptheiligtum Vietnams, war aber immer eine Akademie, in der Leute ausgebildet wurden. Der in mehrere Bereiche unterteile Anlage umfasst 54000 m². Heute am Samstag ist hier um 12 Uhr eine ganze Menge los. Neben den Touristen ist noch eine größere Gruppe junger Frauen und Männer, die offensichtlich gerade irgendeinen Schul- oder Hochschulabschluss gemacht haben, hier, um Fotos zu machen. Außerdem sind noch etliche junge Frauen hier, um sich in klassischen Kleidern ablichten zu lassen. Eine andere Gruppe Frauen steht an einem Baum und wird dabei gefilmt, wie sie laut irgendwelche Lieder singen.


Anhand der Schrift könnte man vermuten, dass man in China ist, aber die lateinische Schrift wurde in Vietnam erst im 20. Jahrhundert zur offiziellen Schrift. Über viele Jahrhunderte war auch in Vietnam die chinesische Schrift üblich.
Ein viel Quadratmeter großes, geschnitztes und sehr detailreiches Holzrelief ist in einem der Gebäude zu sehen.
Die Katze schaut sich das Treiben, scheinbar noch etwas verschlafen, von oben an.
Die circa 1500 Jahre alte Trấn Quốc Pagode ist die älteste Pagode der Stadt.
An einer Wand hängen diverse Tafeln, die die Gesetze des Karma illustriert verdeutlichen.
Die Durian ist hier scheinbar auch ziemlich beliebt. Das riecht so übel, dass ich mich bisher noch nicht getraut habe, das zu probieren, zumal neben dem Geruch auch die Konsistenz nicht jedermanns Sache ist.
Am Abend hab ich mir dann nochmal den Zug angeschaut, der durch die Train Street fährt. Kurz bevor er kommt, muss alles hinter eine gedachte Linie zurück. Die Betreiber der Lokale achten darauf, dass alles seine Ordnung hat. Der Zug ist schon gewaltig und fährt langsam, aber nicht extrem langsam durch alles hindurch. Es ist ein sehr langer Zug und schon manches Mal wurde ein Tisch oder ein Handy von einem Touristen mitgerissen und das bleibt dann meist nicht beim materiellen Schaden.
An dem Barbecue Restaurant gibt es diverse Spieße mit Gemüse und Fleisch natürlich. Man sammelt sich einfach alles in einen Korb, was man essen will. Wie die sich bei dem Durcheinander merken können, wer was bestellt hat, ist mir ein Rätsel, denn es sind ja immer mehrere Bestellungen gleichzeitig auf dem Grill. Der Ventilator saugt mit ordentlich Power den Rauch direkt am Grill ab, bläst den dann aber einfach so in die Umgebung. Die vorgegrillten Spieße werden dann am Tisch noch einmal auf einem Tischgrill weitergegart.




















