Cát Bà

Der Aufenthalt in Hà Nội war natürlich zu kurz, aber ich komme noch zweimal wieder zurück. Heute geht es erst einmal mit einem Limousinenbus für 10 Personen nach Cát Bà. Da ich erst gegen 10:20 Uhr am Hotel abgeholt werde, habe ich noch Zeit mir um 8 Uhr den Đền Ngọc Sơn, der auf einer kleinen Insel im Hồ Hoàn Kiếm steht, anzuschauen. Um diese Zeit ist dort noch nicht viel los und es sind vom Hotel nur ein paar Minuten zu Fuß.

In einem Raum sind auch zwei präparierte, große Schildkröten zu sehen, die mal in dem See gelebt haben. Die letzte dieser Riesenweichschildkröten starb 2016. Das andere 250 kg schwere Exemplar war wohl 400 Jahre alt und verstarb bereits 1968. Die Schildkröte symbolisiert Glück, Langlebigkeit, Weisheit, Stärke und Ausdauer. Sie ist auch eines der „Vier heiligen Tiere“ (Drache, Qilin, Schildkröte, Phönix) und wird als Beschützerin und Bote der Götter verehrt.

Ich bin der einzige Fahrgast im Limousinenbus und mache es mir für die Fahrt in einem der fetten Ledersessel mit Massagefunktion bequem. Nach circa 2 Stunden Fahrt erreichen wir das Fährterminal. Unverständlicherweise eine Stunde bevor die Fähre eintrifft. Das ist sehr ärgerlich, da es mehr als öde ist, dort quasi im Nichts zu warten. Mit einer Personenfähre setzen wir dann endlich auf die Insel über, wo wir dann nach einer weiteren halben Stunde Fahrt auf die verschiedenen Unterkünfte im Ort verteilt werden. Meine Unterkunft ist mal wieder ein Reinfall. Das fängt schon damit an, dass ich aus dem Fenster die Ratten herumlaufen sehe, aber auch bei der Sauberkeit und Ausstattung gibt es Defizite. Ich storniere und suche mir etwas Besseres, was auch auf Anhieb klappt. Cát Bà ist mit 1120 km² die größte Insel in der Halong Bucht. Circa 360000 Leute leben dort derzeit. Leider wird das Erscheinungsbild in den Orten an der Küste seit einigen Jahren komplett verändert. Man hat massive Sandaufschüttungen vorgenommen und dort, wo sonst das Hafenbecken war, ist jetzt eine riesige Baustelle. Es werden unzählige Gebäude, vermutlich für ein teures Resort, gebaut. In ein paar Jahren wird man es nicht wiedererkennen. Offensichtlich ist man hier immer noch der Meinung, viel hilft viel. Ohne Rücksicht auf Natur und Umwelt. Dort wo ich für das Foto, mit Blick auf den alten Teil der Stadt, stand, war sonst Wasser. Jetzt sind es noch ein paar hundert Meter von dort zum Wasser.

Das Bild zeigt nur einen kleinen Teil des Neubaugebietes.