Hạ Long

Heute mache ich eine Tour durch die weltbekannte Halong Bucht. Um 8:30 Uhr ist Treffpunkt beim Büro des Touranbieters. Ein paar Minuten Busfahrt sind es von dort bis zum Pier, wo unser Schiff wartet. Der Anbieter, mit dem ich unterwegs bin, kostet ein paar Dollar mehr, fährt dafür aber in kleineren Gruppen etwas weiter in die Bucht hinein und außerdem noch in die ruhigere Lan Ha Bucht. Manch einer bucht auch eine mehrtägige Tour mit Übernachtung auf dem Boot. Der Guide erklärt, dass die Schiffe alle mit GPS ausgestattet sind, und dass überwacht wird, wer wohin fährt. Dementsprechend müssen unterschiedlich hohe Gebühren an die Regierung bezahlt werden. Es fahren wohl jeden Morgen über 500 Schiffe raus in die Bucht. Auf unserem, das normalerweise für circa 40 Personen gedacht ist, sind heute zum Glück nur 10 Fahrgäste. Leider ist das Wetter nicht ganz so schön, aber zumindest regnet es nicht. Nach circa 1 Stunde Fahrt gibt es den ersten Stopp zum Baden. Die Möglichkeit vom Deck aus circa 5 Meter Höhe ins Wasser zu springen nutzen einige. Bedauerlicherweise kugelt sich dabei einer die Schulter aus und es ist schwierig für ihn so wieder an Bord zu gelangen. Mit tatkräftiger Unterstützung gelingt das dann zwar, aber es wird ein Speedboot bestellt, um ihn zurückzubringen. Mit etwas Verzögerung setzen wir unsere Fahrt fort. Wie man sieht, ist das Wasser in einigen Bereichen im wahrsten Sinne des Wortes spiegelglatt.

Die Vietnamesen haben ja eine spezielle Art zu paddeln. Nicht wie bei uns mit dem Rücken nur Fahrtrichtung, sondern nach vorne blickend. Wer besonders cool ist, der sitzt dabei auf einem Stuhl und paddelt mit den Füßen.

Nach einem sehr üppigen Mittagessen gibt es noch etwas Zeit zum Relaxen, bevor wir das Schiff verlassen und mit dem Kajak weiterfahren. Mit Stirnlampen ausgerüstet paddeln wir durch Höhlen in Bereiche, die bei Flut nicht zu erreichen sind. Mit unseren fünf Kajaks sind wir hier ganz alleine unterwegs und es ist absolut ruhig um uns herum. Gelegentlich sieht man sogar in den Bäumen Affen herumspringen. Die sind aber relativ weit weg und meist durch die Blätter verdeckt.

Nach circa zwei Stunden Kajak fahren geht es mit dem Schiff noch in eine weitere Bucht zum Baden. Das Wasser ist frisch, aber angenehm. Laut denen, die heute Vormittag schon gebadet haben, ist das Wasser in dieser Bucht deutlich kühler. Wir besichtigen noch eine Fischfarm, in der richtig große Brocken herumschwimmen. Für die Leute, die auf der Farm leben, ist das sicher kein angenehmes Leben hier draußen.

Um 17:30 Uhr erreichen wir wieder den Hafen. Dadurch, dass wir auch in Bereiche gefahren sind, in denen sonst niemand war, war es ein interessanter Tag, auch wenn das Wetter gerne etwas besser hätte sein können. Zum Schluss riss die Wolkendecke sogar noch langsam auf. Morgen wird eventuell ein sonniger Tag, aber dann bin ich bereits wieder unterwegs.