Ab heute habe ich einen Roller und bin mobil. So unkompliziert die Anmietung war, so kompliziert war es einen Roller in einem halbwegs guten Zustand zu bekommen. Bei den drei Rollern, die zur Auswahl standen, funktionierte die wichtige Hinterradbremse fast gar nicht. Auch Bremslicht ist scheinbar nur für mich wichtig. Es werden telefonisch noch zwei weitere Roller besorgt und bei einem hat die Bremse ausreichend Funktion und auch das Bremslicht geht. Darüber, dass das Rücklicht nicht geht und es kein Nummernschild gibt, sehe ich mal hinweg. Ich fahre erstmal in die ein paar Kilometer entfernte Hauptstadt der Provinz Ninh Bình, nach Hoa Lư. In der Hundeschule, an der ich vorbeifahre, wird vermutlich nicht „Sitz!“ und „Gib Pfötchen!“ trainiert.
Am Rande der Altstadt stehen zwei Pagoden im Kỳ Lân See, die man ebenso wie den kleinen Tempel oben auf dem Gipfel kostenlos besichtigen kann. Die Pagoden sind der Frau Diệu Liên gewidmet, die sehr viel für den Buddhismus und wohltätige Zwecke getan hat. Innen sind die Wände komplett mit sehr aufwändigen, in Stein gemeißelten Reliefs verziert.
Nachdem ich tanken war und frische Millionen aus dem Automaten gezogen habe, fahre ich zu Bích Động. Das sind drei in den Berg gebaute, tempelähnliche Gebäude, die manchmal auch als Pagoden beschrieben werden. Mit meinem alten, schrottigen Roller brauche ich nicht auf dem bewachten Parkplatz zu parken, denn den klaut ganz sicher niemand. Sehr beliebtes Fotomotiv ist das Eingangstor mit der kleinen Brücke. Leider muss „Uschi“ da erstmal in verschiedenen Posen fotografiert werden, dann kommt „Otto“ dran und anschließend schaut man sich nochmal in Ruhe an Ort und Stelle die eben gemachten Bilder an, bevor man weitergeht. Man muss etwas Geduld und starke Nerven haben, um einen Moment abzupassen, bei dem das Foto nur oder fast nur die Sehenswürdigkeit zeigt. In meinem Fall gings nur ohne Brücke und Sekunden später zieren das Tor auch schon wieder pinkfarbene T-Shirts und Bierbäuche. 🙁
Die Frau fährt mit ihrem Hund gerade raus, um Reusen oder Netze auszulegen.
Am Abend bin ich dann nochmal in Hoa Lư. Nun ist natürlich alles schön beleuchtet.
Die Pizzeria, in der ich eigentlich etwas essen wollte, hat bedauerlicherweise ohne Reservierung keinen Tisch frei, sodass ich wieder zurückfahre und im 1990 Restaurant, das auf dem Foto bei Google aus dem Mai dieses Jahres noch ganz anders aussah, etwas esse.









