Heute steht mal wieder eine kostenpflichtige (250.000 ₫) Touristenaktion an. Ich fahre nach Di sản Tràng An. Dort kann man sich mit einem Boot durch die zum Weltkulturerbe und Weltnaturerbe schippern lassen. Man muss sich für eine der drei möglichen Routen entscheiden und wird dann einem Boot zugeteilt, in dem durchschnittlich 4 Passagiere Platz finden und das auf die vietnamesische Art durch die Landschaft gepaddelt wird. Überraschenderweise sind es fast ausschließlich Frauen, die diese Aufgabe übernehmen. Der Start ist schon etwas abschreckend, da die Boote fast wie am Fließband beladen werden und losfahren. Mein Boot ist nur mit drei Passagieren besetzt. Vor mir sitzt ein Paar aus Indien. Hat man die Route 1 gewählt, dann durchfährt man neun Höhlen und kann drei spirituelle Stätten sehen. Wer sich für Geschichte und die alten Dynastien interessiert, kann von der Tour noch mehr profitieren. Auf der Route 1 sieht man auch das Herzstück des Welterbes, den Tran-Tempel.

Leider ist der Himmel überwiegend grau, aber es ist warm und trocken. Schon nach kurzer Zeit verteilen sich die Boote entsprechend der drei Routen und bald darauf sind wir zeitweise ganz allein unterwegs. Für die Passagiere sind auch Paddel an Bord, da ich aber in der Mitte sitze, kann ich nicht unterstützen, weil die Paddel zu kurz sind und es auch keine Auflage gibt. Das Paar aus Indien nimmt zwar mal kurz je ein Paddel in die Hand, legt sie aber dann auch schnell wieder hin. Die Frau, die somit fast allein paddeln muss, tut mir jetzt schon leid. Auf der Route werden mehrere Höhlen durchfahren und es gibt auch ein paar Tempel zu sehen. Die Höhlen sind teilweise so eng, dass man den Kopf einziehen muss.
Beim ersten Tempel gehen wir von Bord und haben 20 Minuten Zeit. Die Inder setzen sich lieber auf eine Bank, während ich mich auf den Weg zum Tempel machen. Es sind etliche Stufen auf und ab, bis man am Tempel ankommt und ich muss sagen, es lohnt sich eigentlich nicht, denn die Zeit ist so knapp, dass das eher einem Fitnesstraining gleichkommt und man gleich wieder zurückgehen muss. Außerdem hat der kleine Tempel auch nichts Prunkvolles oder Besonders zu bieten.
Gerade so schaffe ich es in 20 Minuten wieder beim Boot zu sein, obwohl die natürlich auch gewartet hätten, wenn ich 30 Minuten gebraucht hätte. Beim nächsten Tempel fragen mich die Inder schon, ob ich wirklich aussteigen möchte. Unsere Bootsführerin kann leider gar kein Englisch und versteht es auch nicht, dass man nicht aussteigt, obwohl der Tempel an dieser Stelle aktuell wegen Renovierung gar nicht zugänglich ist. Wir steigen also für zwei Munten aus.
Landschaftlich ist die Tour wirklich sehenswert und nach fast 3 Stunden kommen wir, kurz vor dem dunkel werden, am Ausgangspunkt wieder an. Die ganze Fahrt über haben die beiden Inder insgesamt vielleicht 5 Minuten symbolisch beim Paddeln unterstützt. Natürlich ist das freiwillig, aber etwas mehr wäre schon angemessen gewesen.






