Auch heute wird ein Teil des Tages damit verbracht, sich eine Tempelanlage anzuschauen. Noch bin ich es nicht leid, da eben nicht einer wie der andere ist und ja auch die Fahrt zu den „Must see“-Orten der Gegend Spaß macht. Die Tempelanlage auf dem Berg Bái Đính gilt als einer der größten buddhistischen Tempel in Vietnam. Das Besondere an der 539 Hektar großen Anlage ist, dass das meiste gerade mal 15 Jahre alt ist. Die riesigen Parkplätze lassen erahnen, was zu bestimmten Veranstaltungen hier los ist. Das jährliche Frühlingsfest zieht beispielsweise Millionen von Besuchern hierher. Dort wo sonst geschätzt einhundert Reisebusse und tausende Pkw Platz haben, steht heute niemand. Nur direkt vor dem Eingangsgebäude sind einige Fahrzeuge. Auch hier muss man erstmal zwischen verschiedenen Ticketarten und in diesem Fall auch Preiskategorien wählen, bevor man anschließend die ersten 1,5 Kilometer mit einem kleinen Elektrozug auf Rädern zum eigentlichen Eingang gefahren wird. Zunächst geht man einen Gang mit unzähligen, individuell gestalteten Arhat-Statuen entlang. Hände, Knie und Füße sind durch die vielen Berührungen schon ganz blank poliert.
Das erste Gebäude ist dann der imposante Glockenturm, in dem eine ebenso imposante 36 Tonnen schwere Glocke hängt. Diese hat nicht wie bei uns einen in der Mitte aufgehängten Schwengel, der von innen an die Glocke geschlagen wird, sondern hier gibt es einen großen Holzstab, der mit der Stirnseite von außen gegen die Glocke gestoßen wird. Bei so einer großen Glocke ist der Stab dann schon mal über zwei Meter lang, mit einem Durchmesser von 25 cm. Ob dieses Gefäß unter der Glocke mit in Schwingung gerät, oder nur der Dekoration dient, konnte ich nicht herausfinden. Wie man am Geländer sieht, könnte aber mal wieder Staub gewischt werden. 🙂
Für den Bau der großen Kuan Yin Halle wurden 900 m³ Holz verwendet und in ihr steht die in Vietnam mit 10 Metern Höhe größte vergoldete Bronzestatue des Bodhisattva Avalokiteshvara mit 1000 Augen und 1000 Händen. Die Dimensionen von allem hier bisher gesehenen sind wirklich beeindruckend, was auch dadurch deutlich wird, dass die Statue in ihrer Umgebung gar nicht besonders groß wirkt. Der Kranich auf der Schildkröte gelten als Symbol für Weisheit, Langlebigkeit und Erfolg und repräsentieren die Verbindung von Himmel und Erde.
Auch in dem nächsten Gebäude, der Buddha Sakyamuni Halle, die eine Grundfläche von 2000 m² hat, stehen einige riesige, vergoldete Statuen und böse schauende bronzene Wächter. Im Hintergrund sieht man, dass die ganzen Wände wieder mit diesen kleinen Nischen in denen Buddhafiguren stehen gestaltet sind.
Was schon bei der Anfahrt von weitem sichtbar ist, ist der 100 Meter hohe Stupa Bao-Thap, der damit der höchste in Asien ist. Der Ausblick von oben ist auch bei weniger schönem Wetter toll, auch wenn es schade ist, dass die Sonne nicht scheint.
Neben den neuen Gebäuden gibt es 800 Meter entfernt, am Hang des Berges, die ursprüngliche Pagode. Der Weg dorthin führt über 300 Steinstufen durch das Tam-Quan-Tor und einige Höhlen.
Vor dem Ausgang gibt es noch einen kleinen Turm und einen kleinen Wassertempel. Steinerne Soldaten mit Pferden säumen das Ende der Treppe.














