…unterwegs…

Ich verlasse Ninh Bình wieder mit der Limousine Richtung Hà Nội, wo ich eine Nacht verbringen werde, bevor es weiter Richtung Norden nach Sa Pa geht. Manch einer fährt von Ninh Bình direkt nach Sa Pa, aber das können dann gut und gerne acht Stunden Fahrt sein. Es gibt ja in Việt Nam sehr viele unterschiedliche Arten zu reisen. Neben den Limousinen gibt es auch Busse, in denen man Liegeplätze hat. In diesen Bussen sind dann in drei Reihen mit zwei Etagen Liegeflächen, die für mehr Privatsphäre Vorhänge zum Verschließen haben. Es gibt auch noch Sleeper-Busse, die nachts fahren, aber so richtig zum Schlafen kommt man da wohl auf den Straßen auch nicht und ich habe auch gelesen, dass es häufiger mal zu Unfällen kommt, da die Fahrer oft übermüdet sind. Da die Fahrt nach Hà Nội nur circa 2 Stunden dauert, habe ich noch etwas Zeit in der Stadt.

Am Hoàn Kiếm See wird heute etwas gefeiert. Ich weiß zwar nicht genau was, aber es ist eine große Bühne aufgebaut und viele Leute in Trachten präsentieren sich.

Spontan besuche ich noch für circa 3 € Eintritt das Thăng Long Water Puppet Theatre, bei dem die Figuren an 3 bis 4 Meter langen Stangen befestigt sind, die von den Puppenspielern, die hinter einem Vorhang stehen, unter Wasser geführt werden. Rechts und links der Wasserbühne wird noch etwas musiziert und gesungen. Es werden viele kurze Geschichten „erzählt“. So etwas gibt es wohl nur in Vietnam, und das schon seit vielen hundert Jahren. Ursprüngliche wurden die Vorstellungen wohl im Dorfteich aufgeführt, während sich die Puppenspieler hinter Bambus verborgen haben. Nach einer ¾ Stunde ist Schluss und alle verbeugen sich nochmal vor dem Vorhang.

Die Massen von Motorrollern, die sich jedes Mal an einer roten Ampel versammeln, um dann gleich loszubrausen, ist immer wie ein Schauspiel. In Bezug auf das Erlebnis sind das zum Glück noch keine Elektroroller, die lautlos dahingleiten. Für die Luftqualität wär’s natürlich ohne Frage ein Gewinn, wenn Millionen von Rollern kein Abgas mehr produzieren würden.

Am Abend spiegeln sich die Lichter schön im fast spiegelglatten Hoàn Kiếm See.


Nun heißt bereits zum zweiten Mal Abschied von Hà Nội zu nehmen, aber einmal komme ich ja noch zurück, wenn mein Sa Pa Aufenthalt zu Ende ist. Um 10 Uhr passieren wir die Nhat-Tan-Brücke in Hanoi, aber ansonsten hat die Fahrt nach Sa Pa ist nichts besonders interessant.

Bei einer der Pausen sehe ich im Shop diese Pfeifen zum Verkauf, die ich vorher schon vielfach in Benutzung gesehen habe. Für mich sieht das wie eine Opiumpfeife aus, und ich bin mir auch nicht sicher, ob der eine oder andere das nicht auch damit raucht. Offiziell ist das natürlich verboten und vermutlich gibt es auch erlaubte Rauchsubstanzen hierfür. Manchmal wird jedoch nur ein einziger Zug genommen und dann wird die Pfeife wieder weggestellt. Mit Tabak würde man das bestimmt nicht so machen.

Es ist schon fast dunkel, als wir ankommen. Bei der Auswahl der Unterkunft hab ich offensichtlich versäumt mir die Lage genauer anzuschauen, denn bis in den Ort hinunter sind es mindestens 25 Minuten zu Fuß und zurück dann eher 35 Minuten, da es kontinuierlich bergauf geht. Hier im Norden ist es ziemlich frisch. Am frühen Abend sind die Temperaturen noch knapp zweistellig, aber Nachts fällt das Thermometer auf einstellige Werte. Zum Glück ist im Zimmer ein elektrischer Heizer und eine dicke Bettdecke für die Nacht.