Die Fenster im Zimmer sind am Morgen klitschnass. Offensichtlich ist viel Feuchtigkeit im Raum und durch das Heizen und die kalte Nacht ist einiges davon an den Fenstern kondensiert. Der erste Morgen begrüßt mich um 7:30 Uhr mit blauem Himmel und fast winterlichen Temperaturen. Meine Unterkunft befindet sich auf knapp 1600 Meter Höhe und ist damit circa 130 Höhenmeter über dem Ort. Es sind nur 22 km Luftlinie bis zur chinesischen Grenze.

Ich meite mir einen Roller und erkunde die Umgebung. Zum Glück habe ich ja eine Jacke und eine lange Hose dabei, aber leider bin ich nicht auf die Idee gekommen Handschuhe einzupacken. Auch wenn die Temperatur durch die Sonne wieder im zweistelligen Bereich ist, ist es ganz schön kalt an den Händen. Wie man sieht ist der blaue Himmel dann auch schnell wieder verschwunden.
Es gibt hier viele landwirtschaftliche Flächen. Derzeit blühen gerade irgendwelche Bäume rosa, was natürlich ein schöner Farbakzent ist.
Ganz in der Nähe gibt es zwei Wasserfälle. Als Erstes kommt der Silver Waterfall, der kein Highlight ist, aber er liegt direkt an der Straße und für einen kleinen Eintritt kann man über Treppen hinaufgehen. Bedauerlicherweise werden ja heutzutage überall dämliche Schilder in die Natur gestellt, damit man auf den gemachten Selfies direkt nachlesen kann, wo man da war. Schrecklich! Oft sind das ja auch irgendwelche Herzen, Hände, Schaukeln oder „I love …“ Schriftzüge, die für „schöne“ Social Media Fotos diese Orte verschandeln.
Der nächste Wasserfall ist mit einer circa 2 km langen Wanderung verbunden, die auch ein paar Höhenmeter und Treppen beinhaltet. Er wird nicht nur durch die erwähnten „Accessoires“ verschandelt, sondern nennt sich zudem noch „Love Waterfall„.
Durch die Wanderung ist mir nicht mehr kalt und ich fahre noch etwas weiter bis zur Rong May Glass Bridge. Da aufgrund des Wetters aber Null Aussicht ist, beschließe ich direkt wieder zurückzufahren. Auf einem Teilstück haben sich die Wolken über die Straße gelegt und man hat so gut wie keine Sicht.
Zurück in Sa Pa schaue ich mich erstmal bei Tageslicht im Ort um. Es ist alles andere, als das, was man von einem kleinen Ort in den Bergen erwarten würde.












