Hong Kong

Mit Hong Kong Express geht es in nur 2 Stunden von Hà Nội nach Hong Kong, das schon lange auf meiner Liste stand. Bis 1998 war der Flughafen noch in der Stadt und galt als besonders schwierig anzufliegen. Der aktuelle Flughafen befindet sich außerhalb der Stadt auf einer aufgeschütteten Insel im Meer. In der chinesischen Sonderverwaltungszone leben circa 7,5 Millionen Menschen. Der zu Hong Kong zählende Bereich umfasst sage und schreibe knapp 1115 km² und besteht aus der Halbinsel Kowloon und 263 Inseln. Die bekannteste ist ohne Frage Hong Kong, aber die größte ist Lantau. Da Englisch eine Amtssprache ist, gibt es keine Probleme mit der Verständigung. Durch die noch geltenden Sonderrechte merkt man im Alltag kaum die Zugehörigkeit zu China. Es sind wohl auch nur 10 % der Einwohner, die sich mit dem Regierungssystem in China identifizieren. Die ehemalige britische Kronkolonie wurde vor knapp 30 Jahren an China zurückgegeben. Die Einführung des nationalen Sicherheitsgesetzes, die 2020 zu Ausschreitungen geführt hatte, verstärkt die Macht Chinas über Hong Kong. Wichtig ist neben dem Kauf einer SIM-Karte der Kauf einer Octopus-Karte für den öffentlichen Nahverkehr inklusive der Fähren. Bei der SIM Karte ist zu beachten für welchen Geltungsbereich die sein soll (nur Hong Kong oder auch Macau und Festland-China). Die Octopus-Karte kann nach Bedarf jederzeit wieder aufgeladen werden und mit ihr kann man auch in vielen Geschäften und Restaurants bargeldlos bezahlen. Um 13:30 Uhr sitze ich bereits im Airport Express, der für die 35 km bis in die Stadt nur 24 Minuten braucht.

Um zum Hotel im Stadtteil Kowloon zu kommen, muss ich noch einmal umsteigen und dann noch ein Stück zu Fuß zurücklegen. Von den Möglichkeiten, die es gibt, entscheide ich mich für den Bus der Linie 215x, da ich so gleich ein bisschen von der Stadt sehe. Das ist einer der in Hong Kong typischen Doppeldeckerbusse. Diese sind als Variante für touristische Zwecke oben meist als Cabrio ausgeführt. Es war nicht ganz einfach, die Bushaltestelle zu finden, aber es ist nicht weit von der U-Bahn-Station Kowloon.

Ich wohne im Stadtteil Tsim Sha Tsui (oft nur als TST verwendet) und nach dem Einchecken mache ich mich gleich zu Fuß auf den Weg zum Hafen. Es ist erst 15:30 Uhr und es bleiben noch ein paar Stunden bis es dunkel wird.

Von der Promenade blickt man hinüber auf die Skyline von Hong Kong Island. Was in Los Angeles der Walk of Fame ist, ist hier der Walk of Stars. In das Geländer der Promenade sind Edelstahlplatten mit Handabdrücken oder gelaserten Portraits eingelassen. Überwiegend sind das lokale Stars, aber auch Bruce Lee und Jackie Chan sind dabei.

Der Clock Tower ist ein Wahrzeichen Hongkongs und ein Überbleibsel des ehemaligen Bahnhofs Kowloon Station der Kowloon-Canton Railway aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts.

Beim Clock Tower sind auch die Fähranleger in Kowloon. Die Star Ferry Schiffe transportieren schon seit knapp 130 Jahren Passagiere über den Victoria Harbour. Jetzt im Gegenlicht der Nachmittagssonne ist es ein ganz spezieller Anblick, die alten Schiffe vor der Skyline zu sehen. Als die ersten Fähren den Betrieb 1898 aufgenommen haben, da gab es noch keines der Gebäude. Natürlich muss ich auch gleich mal auf die andere Seite fahren. Es kostet umgerechnet nur knapp 0,50 € und kann auch mit der Octopus-Karte bezahlt werden. Man kann von Tsim Sha Tsui nach Central oder nach Wan Chai fahren. Die Überfahrt dauert nur ein paar Minuten, aber sich aus einem der alten Fenster zu lehnen und die Skyline anzuschauen ist ein Erlebnis, dass zu einem Hong Kong Besuch unbedingt dazugehört.

Ich fahre nach Central. Dort steht nicht nur ein großes Riesenrad, sondern auch ein Wagen von Mister Softee, vor dem fast immer eine Schlange steht und in die ich mich einreihe, um ebenfalls ein Softeis zu kaufen. Auf dem Weihnachtsmarkt rund um das Riesenrad wird ein Gorilla zu etwas gezwungen, zu dem er ganz offensichtlich keine Lust hat 🙂

Als ich wieder zurück bin, verschwindet die Sonne gerade hinter der Skyline von Hong Kong Island, womit klar ist, dass man in Kowloon die Sonne nicht im Meer versinken sehen kann.

Wenn man den Mann mit der Staffelei und Blickrichtung zur Skyline sieht, dann würde man eigentlich erwarten, dass er diese auch malt oder zeichnet. Das ist hier jedoch ganz und gar nicht der Fall.

Es ist wegen der großen Auswahl nicht ganz einfach, sich für ein Restaurant zu entscheiden. Ich entscheide mich für eines, dass irgendwie anders aussieht und es war eine gute Wahl. Als ich mich um 23:30 Uhr auf den Rückweg zum Hotel mache, ist immer noch überall ordentlich Betrieb. Auch um diese Zeit stehen die Leute noch Schlange, um etwas zu essen zu kaufen.