Hồ Thuỷ Tiên

Als Erstes fahre ich heute zu einem Lost Place. In der Nähe gibt es einen verlassenen Wasservergnügungspark. Leider ist Google Maps nicht auf dem neuestens Stand und führt mich zu einem verschlossenen Tor. Da es sich um einen unbefestigten schmalen Weg handelt, gehe ich davon aus, dass es woanders auch einen ehemaligen Hauptzugang geben muss. Nach einer Weile finde ich den richtigen Weg dorthin. Am Ende sind ein paar geschäftstüchtige Vietnamesen, die einem das Gefühl geben wollen, dass man dort parken müsse. Sie verlangen zwar keinen Eintritt, bitten aber um eine „Donation“ für ihre tolle Arbeit. Zufällig vermieten sie auch noch Fahrräder, denn der Weg bis zur Hauptattraktion ist ganz schön weit. Der Trick ist es an der Stelle einfach weiterzufahren, dann kommt man mit dem Roller auf einem Rundweg um den See überall hin. Zunächst sieht man einen verlassenen Pool mit ein paar Wasserrutschen. Das Highlight ist jedoch der riesige Drache am Ende des Sees. Man kann bis oben ins Maul hinaufgehen und sieht dort auch noch die alten Wasserleitungen, aus denen der Drache Wasser gespuckt hat. Sehr cooler Ort, aber natürlich kein Geheimtipp mehr. Am Ende hinterlasse auch ich meine Initialen in dem Moos an der Wand. Warum das Ganze schon lange verlassen ist, weiß ich nicht.

In der Gegend gibt es auch mehrere Grabstätten ehemaliger Herrscher. Eine davon werde ich mir anschauen. Auf dem Weg dorthin sehe ich am Straßenrand eine Menge Räucherkegel, die zum Trocknen in der Sonne stehen. Die Grabstätte Lăng Vua Khải Định ist an einem Hang in mehreren Ebenen abgelegt. Oben im Hauptgebäude sind aufwändig verzierte Räume.

Hier in der Gegend werden offensichtlich viele der farbigen Räucherstäbchen produziert. In einer Straße reiht sich ein Laden an den anderen. Die hübsch arrangierten Farben sind jedoch in erster Linie nur an der Straße aufgebaut, um Touristen anzulocken, damit diese irgendetwas kaufen oder verzehren.

Weiter geht es zur Pagode Chùa Thiên Mụ aus dem 15. Jahrhundert, die Teil eines buddhistischen Klosters ist. Auf dem Gelände gibt es auch noch eine ungewöhnliche Sehenswürdigkeit, und zwar ein altes Auto. In diesem Auto ließ sich 1963 ein Mönch zu einer Straßenkreuzung in Saigon fahren, und als Protest gegen die Buddhistenverfolgung durch den Diktator Ngô Đình Diệm mit Benzin übergießen und anzünden. Fünf Monate später ließ die USA den Diktator fallen.

Die kleine Brücke Cầu Ngói Thanh Toàn aus dem 18. Jahrhundert ist etwas abseits und außer mir ist niemand dort. Eine der Frauen, die in der Nähe Karten spielen, wittert ein Geschäft und nach kurzem Zögern bestelle ich mir eine Kokosnuss und einen Cà phê muối, den gesalzenen Kaffee mit geschlagener Sahne.

Das die Vietnamesen ein geselliges Volk sind, zeigt sich jeden Abend in den Bars. Wirklich auffällig ist, dass in der Regel dabei niemand Alkohol trinkt. Die Bäume in der Straße, in der das Hotel ist, wurden mit Lichterketten in verschiedenen Farben dekoriert und alles leuchtet bunt am Heiligabend.