Hội An

Erneut geht es mit dem Limousinen-Van zum nächsten Ziel Hội An. Leider ist die gewählte Unterkunft keine gute Wahl gewesen. Die Vermieterin zeigt Verständnis für meine Unzufriedenheit und ich kann kostenlos stornieren und mir etwas anders suchen. Sie erzählt mir noch, dass im November, also vor ein paar Wochen hier eine große Flut war. An den Wänden kann man in circa 1,40 Meter Höhe noch die Wasserlinie erkennen. Unglaublich, wie schnell alles wieder hergerichtet wurde. In unmittelbarer Nähe finde ich eine Unterkunft, die preislich und in Bezug auf die Sauberkeit OK ist. Zur Altstadt von Hội An sind es nur wenige Minuten zu Fuß. Ich warte bis der Regen weitgehend aufgehört hat und gehe gegen 16 Uhr, mit Schirm bewaffnet, los. Das Hotel hat zwar auch kostenlose Fahrräder, aber heute brauche ich noch keines. An mehreren Stellen stehen kleine Buden, wo man ein Ticket für die Altstadt kaufen sollte, aber nicht muss. Man stellt dann aber schnell fest, dass für den Zugang zu Tempeln oder besonderen Gebäuden dieses Ticket benötigt wird. Das Ticket kostet 120000 ₫ (knapp 4 €) und beinhaltet den Besuch von 5 Sehenswürdigkeiten. Die Häuser sind fast alle in einem warmen Gelb gestrichen, das durch Moos und andere Umwelteinflüsse antik aussieht. In den Hauptgassen gibt es kein Haus, in dem nicht ein Shop, ein Café oder ein Restaurant ist. Bei dem leichten Regen strömen nicht viele Touristen durch die Gassen, in denen man Anfangs schnell die Orientierung verliert.

Drei Dinge scheinen typische Souvenirs zu sein. Das eine ist die Seidenweberei. Zur Veranschaulichung kann man in einer Schale die Seidenraupen sehen, die sich hier noch satt essen, ohne zu wissen, welches Schicksal ihnen später bevorsteht. Das andere sind gestickte Bilder, die auf den ersten Blick wie Fotografien aussehen. Für besonders detaillierte Bilder benötigt eine geübte Stickerin Monate. Drinnen darf man leider nicht fotografieren. Das dritte sind die bunten Lampions, die für praktisch für den Koffer zusammengelegt werden können.

Skurril fand ich den Arbeitsplatz eines Zahntechnikers, der offen direkt an der Straße einen Einblick bietet.

Auch der Hund, der die Auslagen bewacht, hat es verdient, hier gezeigt zu werden.

Die Händlerinnen versuchen am Abend noch etwas Umsatz zu machen. Die Gestelle, die die zierlichen Frauen auf den Schultern tragen, sind teilweise so schwer, dass Touristen, die sich daran versuchen, Schwierigkeiten haben, diese anzuheben.

Ein seltener Anblick ist die überdachte japanische Brücke menschenleer zu sehen. Üblicherweise ist sie innen und außen immer stark besucht. Die 18 Meter lange Brücke istz aus dem 17. Jahrhundert.

Bánh mì ist ja ein klassischer Snack in Vietnam. Eine wirkliche Empfehlung hierfür ist Bánh Mì Phượng. Man kann sowohl unten oder oben drinnen sitzen oder „Take away“. Meist ist die Schlange bis auf die Straße. Ob es der beste der Stadt ist, kann ich gar nicht sagen, da ich danach keinen anderen mehr ausprobiert habe, sondern immer wieder dorthin gegangen bin.

Die vermutlich sehr alte Frau verkauft für ein paar Cent diese kleinen Tonflöten.

Am letzten Tag in Hội An fahre ich mit dem Fahrrad in das wenige Kilometer entfernte Cẩm Thanh, oder auch Coconut Village. Dort kann man sich in „Suppenschüsseln“ umringt von Palmen herumfahren lassen. Mir ist das zu touristisch, aber gesehen haben wollte ich es schon einmal. Auf dem Weg dorthin entdecke ich diesen Vietnamesen, der gemütlich auf seinem Wasserbüffel liegt. Erst als ich ein Stück weiter sehe, wie sich ein anderer Vietnamese schnell auf seinen Büffel legt, als ich vorbeifahre, wird mir klar, dass es kein Schnappschuss gewesen ist.

Die „Suppenschüsseln“ hingegen sind nicht extra für die Touristen erfunden worden. Die Dinger werden tatsächlich zum Fischen benutzt. Am Strand helfe ich nämlich etwas später einem Fischer sein „Boot“ auf den Strand zu tragen.

Am Abend fahre ich mit dem Rad noch ein Stück raus und es dort, wo ich mir am Nachmittag schon einen vietnamesischen Kaffee gegönnt habe.

Der Regen hat aufgehört und die Gassen quellen förmlich über. Endlich sind die unzähligen Lampion-Boote wieder voller Touristen und es klingelt in der Kasse.

Am nächsten Tag geht es weiter nach Sài Gòn. Offizieller Weise nach natürlich seit 1976 Hồ Chí Minh City. Ich finde es nicht so schön, wenn Städte nach Personen umbenannt werden, unabhängig davon welche Verdienste die Personen für das Land geleistet haben.