Sài Gòn

Sài Gòn ist mit circa 10 Millionen Einwohnern die größte Stadt Vietnams und war bis 1975 auch die Hauptstadt. Ich habe mir ein Apartment gemietet und werde den Jahreswechsel hier verbringen. Nicht nur klimatisch, sondern auch vom Erscheinungsbild ist sofort ein deutlicher Unterschied zu Hà Nội spürbar. Was allerdings gleich und immer wieder beeindruckend ist, sind die unzähligen Motorroller. Die Bekleidung zeigt jedoch, dass es hier auch abends noch sommerlich warm ist.

Morgens um 9 Uhr wird an manchen Stellen schon emsig gebrutzelt und gegessen, während andere Straßen noch zu schlafen scheinen.

Der Chợ Bến Thành ist ein Anziehungspunkt für Touristen. Sehr beliebt sind natürlich Fake-Produkte teurer Markenhersteller. Innen ist bis auf die breite, übersichtliche Mittelgasse auf über 13000 m² ein Gewirr aus engen Gassen. So leer wie morgens um 9:30 Uhr bleibt es natürlich nicht mehr lange. Es ist auf jeden Fall ratsam, Wertsachen sicher verstaut zu haben, da Taschendiebe hier leichtes Spiel haben.

Ich glaube, es gibt nichts, was nicht auf einem Motorroller transportiert werden kann. Ob Säcke mit Eiswürfeln, schwere Trinkwasserbehälter oder Schuhe bei einer Fahrerin mit besonders cooler Sonnenbrille. Nebenbei wird auch noch telefoniert und geraucht. Eigentlich ist gar keine Hand mehr zum Fahren frei.

Das Rathaus von 1908 lässt die französische Architektur erkennen und behauptet seinen Platz inmitten der modernen Gebäude. Auf den Platz davor steht eine Statue von Hồ Chí Minh.

Dieses Gebäude, dessen Fassade voller Firmenschriftzüge ist, wird natürlich von jedem fotografiert. Es sieht aus als wäre es ein Wohnhaus bei dem die Bewohner ihre Balkone für die Werbung vermietet haben.

Man sieht auch andere interessante Dinge unterwegs. Da gibt es den Friseur, der seine Kunden auf einem Stuhl auf dem Gehweg bedient, oder den Händler, der einen Stand mit Fernbedienungen und scheinbar diversen anderen Dingen hat. Dort kann man bestimmt echte Raritäten bekommen.

Abends schaue ich mir noch die Partymeile von Sài Gòn an. Einmal durchgehen ist interessant, aber auch genug. Den leicht bekleideten Tänzerinnen, die auf Tischen direkt an der Straße „tanzen“ müssen, sieht man an, wie viel Spaß ihnen das macht. Zu erwähnen ist jedoch, dass es auch ein paar Bars gibt, bei denen Männer den Job ausüben. Die sind zwar nicht ganz so leicht bekleidet, aber immerhin.

Ein interessanter erster Tag in Sài Gòn geht zu Ende.