Bali

Von Vietnam geht es erstmal weiter nach Bali, wo ich ja bereits 2016 schon einmal war. Da ich vieles auf der Insel schon kenne, habe ich diesmal vor wenig zu unternehmen und überwiegend zu entspannen. Am Flughafen werden leider nur SIM-Karten mit riesigem Datenvolumen zu dementsprechenden Preisen verkauft. Wer das nicht benötigt und die Möglichkeit hat z.B. im offiziellen Telkomsel Shop persönlich vorbeizuschauen, der bekommt dort in wenigen Minuten, was er braucht.
Als Unterkunft habe ich für 6 Übernachtungen ein Loft Apartment in Seminyak gebucht, da das nicht so weit entfernt vom Flughafen ist und es im Umfeld eine gute Infrastruktur gibt. Wie sich herausstellt, wird das Apartment von einer Gesellschaft, die nicht vor Ort ist, vermietet und verwaltet, was die Kommunikation nicht besser macht. Es gibt auch zwei Katzen, die mich gelegentlich besuchen und sich im klimatisierten Raum etwas abkühlen.

Da ich am ersten Abend noch keinen Roller habe gehe ich den knapp 1 Kilometer zu Fuß zum Strand hinunter. Zum Sonnenuntergang gibt es dort heute ein besonders schönes Farbenspiel zu sehen.


Vom Strand in Seminyak aus sieht man in einiger Entfernung die Silhouette einer riesigen Statue. Diese ist Bestandteil des Garuda-Wisnu-Kencana-Kulturparks, kurz GWK genannt, der erst 2018, also nach meinem letzten Besuch, fertiggestellt wurde. Der Park ist der Gottheit Wisnu, dem Bewahrer des Universums, und seinem Reittier Garuda gewidmet, das auch das Wappen Indonesiens ziert. Mehrmals im Jahr finden im GWK große kulturelle Veranstaltungen mit mehreren tausend Besuchern statt. Garuda symbolisiert Stärke, Kraft und Kampfgeist, aber auch Treue, Vertrauen und Opferbereitschaft. Die riesige Statue überragt mit einer Höhe von 120 Meter und einer Flügelspannweite von 64 Meter alles, insbesondere da auf Bali ja immer noch das Gesetz gilt, dass kein Gebäude höher sein darf als eine Kokospalme (maximal 15 Meter). Der Eintritt in den Park kostet 150000 IDR. Will man bis zum 23. Stock in der Hauptstatue hinauf, dann kostet das Ticket 400000 IDR, also ungefähr 20 €. Mir genügt heute das normale Ticket, da es ja neben der Hauptstatue auch noch einiges anderes zu sehen gibt.


Ziemlich genau in der Mitte der Insel sind die Jatiluwih Reis Terrassen, die auch zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Unterwegs habe ich den Eindruck, als wenn es ein besonderer Tag ist, da viele Tempel auf der Strecke am Eingang speziell geschmückt sind. Während Anfangs noch traumhaftes Wetter ist, ziehen im Laufe des Vormittags immer mehr Wolken auf. Genau als ich gegen 13 Uhr an den Reisterrassen ankomme, fängt es dann leider auch an zu regnen. In den meisten Becken sind aktuell nur kleine Setzlinge bzw. werden noch neue Pflanzen gesetzt. Ohne Bewuchs sieht man die Terrassen natürlich am deutlichsten, auch wenn es bei Regen alles nicht so schön ist.


Am letzten Tag fahre ich noch einmal nach Ubud. Als ich in dort am Monkey Forest ankomme, bin ich unangenehm überrascht, wie touristisch es dort geworden ist. Während man vor 10 Jahren noch einfach so durch den Wald spazieren konnte, ist jetzt alles eingezäunt und man muss für 130000 IDR (derzeit ca. 6,40 €) ein Ticket kaufen. Da es jedoch schon fast 17 Uhr ist und die Öffnungszeit um 18 Uhr endet, gehe ich nicht noch einmal hinein. Ich behalte es lieber so in Erinnerung, wie es beim letzten Mal war. Die Affen halten sich natürlich nicht an die Einzäunung und sind zum Teil auch bereits vor dem Eingang zu sehen.

Bali war auch diesmal beeindruckend mit all seinen Tempeln, aber es ist doch zunehmend touristisch und überlaufen. Falls ich nochmal wiederkomme, dann werde ich auf jeden Fall einen Ort abseits des großen Trubels wählen. Den westlichen bzw. nordwestlichen Teil der Insel habe ich mir beispielsweise noch gar nicht angeschaut. Wirklich grauenvoll ist das tägliche Verkehrschaos im touristischen Zentrum. Es herrscht ständig Stau und selbst mit dem Roller kommt man bei den engen Straßen nicht besser voran. In der Hitze mit Helm im Stau zu stehen und Abgase einzuatmen ist kein Vergnügen. Es dauert über eine halbe Stunde bis man die ersten Kilometer geschafft hat und sich der Stau langsam auflöst. Auch habe ich noch nicht den Traumstrand auf Bali gefunden, falls es so etwas denn dort überhaupt gibt. In Seminyak liegt auf jeden Fall viel Müll am Strand herum, bei Ebbe muss man dem Wasser ziemlich weit hinterherlaufen und das Wasser ist auch nicht sehr klar.