Heute beginnt mein „Roadtrip Tasmania“. Bevor ich Hobart jedoch verlasse, muss ich noch etwas Proviant kaufen und volltanken. Der Liter Benzin kostet aktuell 1,579 AUD (0,92 €), was natürlich verglichen mit Deutschland echt günstig ist. Die Fahrt geht Richtung Osten und bei Dunalley über den Arthur Highway auf die Tasman Peninsula. Anhand des Straßenschildes erkennt man, das man sich unzweifelhaft auf Tasmanien befindet. Ursprünglich gab es die Beutelteufel auch auf der Hauptinsel, aber seit über 3000 Jahren gibt es sie nur noch auf Tasmanien, wo ihre Art jedoch auch stark gefährdet ist. Seit den 90er Jahren hat die Population um über 80 % abgenommen. Aktuell schätzt man den Bestand nur noch auf 10000 bis 25000 Tiere. Neben den üblichen zivilisationsbedingten Ursachen leiden die Teufel seit 30 Jahren unter dem von Tier zu Tier übertragbaren Gesichtskrebs, der in den meisten Fällen nach wenigen Monaten zum Tod führt, weil die Tiere keine Nahrung mehr zu sich nehmen können. Glücklicherweise hat man in letzter Zeit Populationen beobachtet, die scheinbar aufgrund natürlicher Adaption gegen den Krebs resistent sind. Ich hoffe, dass es der Natur oder den Menschen gelingt diese einzigartigen Tiere vor dem Aussterben zu bewahren. Es ist so gut wie ausgeschlossen, dass man als Tourist ein Exemplar der nachtaktiven Tiere in freier Wildbahn zu Gesicht bekommt. Da sie sich nachts auch gern mal über ein überfahrenes Wallaby am Straßenrand hermachen, werden leider auch einige von Ihnen überfahren.
Am Carlisle Beach sind bei Ebbe ganze Armeen von Soldatenkrabben aus dem Sand gekommen. Sobald man etwas näher kommt verschwinden sie in Sekunden wieder im Sand. Alles ist übersät mit den kleinen Sandkugeln, die sie hinterlassen, nachdem sie ihre Nahrung herausgefiltert haben.


Nach circa einer weiteren halben Stunde Fahrt komme ich zum Tesselated Pavement. Diese natürliche Plattform am Ufer der Pirates Bay sieht wirklich aus, wie ein von Menschenhand gepflasterter bzw. gefliester Bereich. Wenn man so will, ein Wunder der Natur. Warum und wie genau es zu diesen rechteckigen oder quadratischen Flächen gekommen ist, können Geologen natürlich ausführlich erklären. Es hat auf jeden Fall etwas mit Salzkristallen und natürlich mit der Erosion zu tun.
Auf der Peninsula gibt es auch noch ein Blowhole, das heute aber recht zurückhaltend ist. Die raue Felsenküste in dieser Gegend bietet keine Möglichkeit mit einem Boot an Land zu gelangen.
Kurz bevor ich wieder das Auto erreiche, kreuzt ein Pademelon (deutsch: Filander) meinen Weg. Es bleibt einen Moment stehen und schaut mich an, bevor es seinen Weg fortsetzt. Ich wusste bisher nicht, dass es 73 Arten von Kängurus gibt.
Erschreckend finde ich, dass es auf Tasmanien bis heute mit einer entsprechenden Lizenz offiziell erlaubt ist Wallabies und Pademelons abzuschießen. Jährlich werden so hunderttausende, zum Teil bis zu einer Million der Tiere abgeschossen. In erster Linie geschieht das unter dem Deckmantel die Land- und Forstwirtschaft zu „schützen“. Teilweise wird das Fleisch auch gegessen, oder für Tierfutter verwendet und so ist der Abschuss für einige durchaus profitabel. Natürlich hängt diese Praxis niemand an die große Glocke. Es gibt einige Initiativen, die versuchen diese Praxis verbieten zu lassen, aber bis heute leider ohne durchschlagenden Erfolg.
Die „remarkable Cave“ ist ein Durchbruch im Felsen zu dem man über eine Treppe mit einer Plattform am Ende gelangt. Offiziell kann man da nicht durchgehen, allerdings ich sehe hinten im Wasser jemanden. Wie derjenige dorthin gelangt ist weiß ich jedoch nicht. Bei Flut kommt das Wasser durch den Durchbruch.
Ein touristisches Highlight auf der Peninsula ist die Port Arthur Historical Site. Dabei handelt es sich um die Ruinen einer Strafsiedlung aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. In dem Gefängnis setzte man eher auf psychische Bestrafung als auf physische. Seit circa 40 Jahren wird das Gelände, nachdem einige Bereiche restauriert wurden, touristisch genutzt. Ein trauriges Ereignis machte 1996 Schlagzeilen, als ein Attentäter auf dem Gelände 35 Menschen tötete und 23 weitere verletzte. Ich bin etwas unschlüssig, ob ich mir die Ruinen auf dem weitläufigen Gelände anschauen soll. Der Eintrittspreis von 53 AUD hilft mir letztendlich bei der Entscheidungsfindung. Ich fahre weiter.
Oft stehen mehrerer Briefkästen an der Hauptstraße. Der Gestaltung sind offensichtlich keine Grenzen gesetzt.
Gegen 17 Uhr erreiche ich meinen ersten kostenlosen Campingplatz, den ich mir in der Campermate App herausgesucht habe. Er ist direkt am Mayfield Beach und es ist auf dem nicht sehr großen Platz um diese Zeit auch noch ein guter, ebener Stellplatz für mich frei.










