Die Nacht war ruhig und bequem. Dann man ja beim Campen fast zwangsläufig schlafen geht, wenn es dunkel ist, wacht man morgens dementsprechend früh auf. Um 6:15 Uhr ist gerade Sonnenaufgang und die kleinen, blauen Fairy Wren Vögel wuseln um den Campervan herum.
Auf Tasmanien sind fast alle Parks und somit auch fast alle Sehenswürdigkeiten gebührenpflichtig. Mir war das in dem Umfang vorher nicht klar und ich habe mir notgedrungen am Visitor Center des Freycinet National Park einen Daily Pass für 47,70 AUD gekauft. Das sind umgerechnet 28 € und gefühlt stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis irgendwie nicht. Dieses Ticket lohnt sich nur, wenn man während der Reise lediglich einen Tag in einem National Park unterwegs ist. Es gilt für ein Fahrzeug mit bis zu 8 Personen, jedoch nicht für den Cradle Mountain. Ich kann daher jedem, der mehrere Parks an verschiedenen Tagen besuchen will, empfehlen den Holiday Pass für 95,50 AUD (56 €) vorher online zu kaufen. Der ist auch für ein Fahrzeug mit bis zu 8 Personen und der Cradle Mountain Eintritt ist inklusive (nicht jedoch der Shuttle). Wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein Ranger im Park die Tickets kontrolliert und wie viel Strafe in dem Fall das man kein Ticket hat fällig wird, kann ich nicht sagen. Mich hat niemand kontrolliert.
Beliebter Anlaufpunkt im National Park ist die Wineglass Bay. Wie so oft gehört etwas Fantasie oder eine ganz bestimmte Perspektive dazu zu erkennen, warum die Bucht diesen Namen bekommen hat. Die Bucht ist nur mit dem Boot, oder nach einer Wanderung zu erreichen. Die wohl beste Aussicht hat man, besonders bei schönem Wetter, vom Mt Atmos. Da es aber stark bewölkt ist und der Track 3 Stunden zusätzlich wären, wähle ich nur den Track, der direkt zur Bay führt. Dort schließt der Isthmus Track an, der auf die andere Seite führt und anschließend geht es auf dem Hazards Beach Track zurück zum Parkplatz. Insgesamt sind es circa 12 Kilometer.

Am Viewpoint taucht ein Wallaby auf, dass gar keine Angst hat. Ich vermute, dass die Touristen, die hier rasten, oft etwas von ihrem Essen abgeben und es so die Scheu verloren hat. Auf jeden Fall sehr niedlich. Der Blick auf die Bucht ist jedoch nicht der beste, was nicht nur an den grauen Wolken liegt, sondern auch an der Perspektive.
Eine Treppe mit circa 1000 Stufen führt hinab zum langen, weißen Strand. Das Wasser leuchtet schön türkis. Die Ursache für die rötlich-orange Färbung der Granitfelsen ist eine Flechte.
Vom Hazards Beach aus ist es nicht ganz einfach zu erkennen, wo der Weg durch den Wald weitergeht. Die Strecke bis zum Parkplatz ist sehr abwechslungsreich.



Mein heutiger Campingplatz ist nicht weit weg von der Wineglass Bay. Es ist der River and Rocks Campground, etwas nordwestlich von Coles Bay.








