Der Blick vom Cape Tourville Lookout zeigt dunkel im Hintergrund noch einmal den Freycinet National Park. Die rechte Kegelspitze ist der 620 Meter hohe Mt Freycinet und rechts davon geht es in die Wineglass Bay. Etwas weiter nördlich auf einer Sandbank des Scamander River habe ich danach noch ein paar Brillenpelikane gesehen.

25 Kilometer nördlich der Stadt St. Helens ist die Bay of Fires. Auch dort haben die Flechten die Felsen gefärbt. Der Taylors Beach dort besticht ebenfalls mit einer tollen Farbe. Die meist menschenleeren Strände sind ein ungewohnter Anblick.

Als an der Straße ein Schild Waldborough Pass Rainforest Walk auftaucht, halte ich an. Es handelt sich um einen lediglich 15-minütigen Rundkurs, aber es ist unglaublich, wie man nur wenige Meter von der Straße entfernt bereits vom Rainforest verschlungen wird. Was für eine üppige Vegetation mit all den riesigen Farnen und Bäumen.
Mein heutiger Campingplatz ist bei den Lilydale Falls. Es gibt ausreichend Platz, sodass man genug Abstand zu anderen Campern hat. Die Feuerstelle ist nicht von mir. Das Gras ist viel zu trocken um ein offenes Feure zu machen.
Ein Wanderweg führt vom Platz zum Wasserfall. Als ich dort um 19:20 Uhr ankomme, traue ich meinen Augen kaum. Auf einer mit Moos Algen bewachsenen Felsstufe wuselt ein Schnabeltier hektisch herum und sucht mit seinem Entenschnabel etwas Fressbares. Mit seinen Elektrorezeptoren hat es wohl einen Moment später bemerkt, dass ich gekommen bin. Es dreht sich in meine Richtung um und schaut in meine Richtung. Die Augen allerdings, vermutlich wegen des Spritzwassers, mit der gelblich scheinenden Schutzhaut verschlossen. Im Moment verschwindet es im Wasser, kommt dann aber kurz darauf noch einmal zum Vorschein. Was für ein tolles Erlebnis, das auch zeigt, dass die Wasserqualität sehr gut ist. Wichtig zu wissen ist, dass die männlichen Tiere Giftsporne an den Hinterbeinen haben. Das Gift ist zwar nicht tödlich, verursacht aber stark schmerzende Schwellungen, die auch mit Morphium kaum zu lindern sind und Monate lang anhalten können. Beim Schwimmen in Flüssen oder Seen also immer Augen auf.


Nach dem Abendessen verabschiedet sich der Tag um 20:50 Uhr mit einem unglaublich roten Himmel.









