Penguin

Ich habe mir die Wettervorhersage für den Bereich Cradle Mountain für die nächsten Tage angeschaut und beschlossen erst morgen dorthin zu fahren. Zunächst fahre ich Richtung Süden nach Launceston. Dort gibt es das Cataract Gorge Reserve. Das ist eine Mischung aus Naturerlebnis und Freizeitoase. Neben einem Freibad gibt es eine kleine Seilbahn, Liegewiesen, Wanderwege und die 60 Meter lange, filigrane Alexandra Suspension Bridge von 1904, die nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten erst vor 8 Monaten wieder freigegeben wurde. Nachdem die Brücke 1929 bei einer Flut zerstört und anschließend wieder aufgebaut wurde, war es an der Zeit alles gründlich zu überprüfen und bei Bedarf zu erneuern.

Von Launcheston folge ich dem Highway 1 zunächst Richtung Westen und dann bis zu dem kleinen Ort Penguin an der Nordküste. Der Ort hat etwas mehr als 4000 Einwohner und wurde 1861 in der Goldrauschzeit Mitte des 19. Jahrhunderts als Holzfällerstadt gegründet. Ein sehr entspannter Ort, in dem Pinguine auf verschieden Art und Weise überall präsent sind. Die echten Pinguine haben wohl in der Gegend auch überall noch Nistplätze, aber von denen bekommt man ja Tagsüber keinen zu Gesicht. 20 Kilometer südlich von Launcheston gibt es übrigens auch ein Perth, das mit gut 3000 Einwohnern außer dem Namen nicht mit den anderen Perth gemeinsam hat.

Normalerweise fotografiere ich Kirchen ja nicht, aber diese alte Holzkirche mit ihren wie Schlüssellöcher geformten Fenstern, ist auf jeden Fall einen Schnappschuss wert.

Der Blick auf den mächtigen 1234 Meter hohen Mount Roland begleitet eine Weile meine Fahrt.

Meine Campsite ist heute dort wo der Iris River in den Lake Gairdner Stausee mündet. Von der Hauptstraße geht es noch 4 Kilometer über eine staubige Gravel Road hinab zum Fluss. Ein schöner, kleiner und ruhiger Platz. Leider hat der Fluss derzeit nur sehr wenig Wasser, sodass auch ein großer Bereich des Stausees trocken liegt.

Am Abend kommt wohl auch hier regelmäßig ein Schnabeltier aus seiner Höhle um zu fressen. Bedauerlicherweise sind ein paar Kinder da, die im Wasser herumplantschen und Steine hineinwerfen, sodass es sich erst nicht blicken lässt. Um 20:30 Uhr kommt es dann aber doch heraus und man kann es von der kleinen Brücke aus in dem Bereich gut beobachten, bis es dafür zu dunkel ist.