Um kurz nach 8 Uhr versucht die Sonne sich durch den Nebel durchzukämpfen, bevor sie kurz darauf wieder ganz hinter dem Nebel verschwindet. Bis 8:45 Uhr hat sie sich dann zum Glück doch durchgesetzt und der Fluss, der hier wie ein See erscheint, ist absolut spiegelglatt.
Ich fahre hinunter nach Kettering, von wo eine Fähre alle 20 Minuten nach Bruny Island übersetzt. Das Ticket kostet für Hin und Zurück 59,80 AUD (35,50 €) und die Fahrt dauert 20 Minuten.
Bruny Island besteht eigentlich aus zwei Inseln, nämlich aus North Bruny und South Bruny. Die zwei Inselteile sind nur durch einen an der schmalsten Stelle weniger als 100 Meter breiten Damm, der „The Neck“ genannt wird, verbunden. Auf der einen Seite ist dort die relativ geschützte Simpson Bay und auf der anderen das offene Meer der tasmanischen See, erkennbar an der türkisen Farbe und der Brandung. Ich fahre direkt von der Fähre zum Truganini Lookout, der dort ist, wo die Nordinsel im Süden endet. Tagsüber hat man hier einen schönen Ausblick auf „The Neck“. Außerdem nisten dort in den Dünen die kleinen blauen Pinguine. Den einen oder anderen Höhleneingang kann man sehen, aber die Pinguine kommen ja erst, wenn es dunkel wird, aus dem Meer wieder hierher zurück.
Eine Besonderheit der Insel sind die durch einen Gendefekt weißen Wallabys. Ich hoffe zumindest eines von Ihnen zu entdecken und fahre weiter zur Adventure Bay. Dort fahre ich einige Straßen ab und halte Ausschau, aber leider habe ich kein Glück. Vielleicht liegt es an der Tageszeit. Am ehestens soll man sie wohl frühmorgens oder gegen Abend sehen. Jetzt am Mittag sind sie in der Regel eher inaktiv und suchen irgendwo Schutz vor der Sonne, was natürlich sehr schade ist.
Ich fahre zwei Campingplätze an, die mir aber nicht zusagen. Am Ende lande ich auf einem Platz in der Nähe von. Dort zu übernachten kostet 10 AUD, die man an einem Automaten bezahlen kann. Schön ist natürlich, dass man dort direkt am langen Strand ist. Als ich dort entlangwandere, entdecke ich überall die Spuren der Pinguine. Mit meinem Auto kann ich nicht so ohne weiteres zum Truganini Lookout fahren, da ich dann Gefahr laufe, dass irgendjemand anderes meinen Stellplatz nimmt. Außerdem wäre es schwierig dort im Dunkeln wieder einzuparken. Ich überleg kurz, ob ich zu Fuß gehe, aber das wären hin und zurück 1,5 Stunden. Mit der Dämmerung setze ich mich daher etwas versteckt an den Strand und warte. Bedauerlicherweise kommen aber bis zur fast vollständigen Dunkelheit keine Pinguine aus dem Wasser.


Am letzten Tag genieße ich nach dem Frühstück noch ein paar Stunden an dem wunderbaren Strand von „The Neck“. Das Wasser ist herrlich erfrischend und eigentlich möchte ich noch gar nicht weiter fahren. Da ich aber morgen früh den Campervan abgeben muss, muss ich Bruny Island heute Nachmittag verlassen. Für die letzte Nacht habe ich noch eine private Unterkunft in Glenorchy gebucht, damit ich im Auto und in meinem Koffer klar Schiff machen kann. Bevor ich die Insel verlasse, möchte ich aber noch zum Mars Bluff. Direkt gegenüber von dem Parkplatz ist ein Honigshop. Leider darf man ja aber bei meinem nächsten Reiseziel keinen Honig importieren. Die Tafel mit den verschiedenen tasmanischen Bienen finde ich allerdings sehr interessant.
Über den Cape Queen Elizabeth Track Trail gelangt man zum Mars Bluff. Vom Parkplatz sind es ungefähr 3 Kilometer dorthin. Es empfiehlt sich bei Ebbe zu gehen, da man dann nach circa einer Stunde über den Strand zu dem Felsbogen gelangt. Bei Flut muss man einen deutlich längeren Weg gehen. Ich wusste das vorher nicht und musste an einer Weggabelung entscheiden welchen Weg ich weitergehen will. Handyempfang hatte ich nicht, sodass ich auch nicht nachschauen konnte, ob gerade Ebbe ist. Ich hatte allerdings Glück und konnte hin und zurück den kürzeren Weg gehen, wobei auf dem Rückweg das Wasser schon zurückkam. Wenn man am Strand um die Ecke kommt, dann sieht man zunächst gar nichts von dem Bogen, denn nur aus einer ganz bestimmten Perspektive wird er sichtbar.
Um 16:45 bin ich bereits wieder auf der Fähre.
Ein ständiger Begleiter meines Aufenthaltes in Australien waren die Kookaburras, die meist gegen Abend ihren unverwechselbaren Gesang hören ließen. Leider war er dabei meist nicht zu sehen, daher nur ein Foto aus dem Internet.

Es war eine gute Entscheidung Tasmanien mit in den Reiseplan zu integrieren, auch wenn es Ende Januar teilweise nachts schon echt kalt war in „meinem“ Toyota. Ich hätte ohne weiteres noch länger bleiben können, da die Insel noch weit mehr zu bieten hat, als ich in den paar Tagen gesehen habe. Auffällig und unschön war allerdings, dass sehr viele Tiere überfahren auf oder an der Straße lagen. Teilweise sind es auf 100 Meter gleich mehrere Tiere, die vermutlich erst vor ein paar Stunden ihr Leben gelassen haben. Meist sind es Wallabys bzw. Pademelons, aber das eine oder andere Mal habe ich auch schwarzes Fell gesehen, wo ich vermute, dass dies tasmanische Teufel waren.
Da ich mein Kennzeichen ja leider nicht als Souvenir mitnehmen kann, habe ich als Ersatz zumindest ein Foto davon gemacht. Um Problemen bei der Einreise zu vermeiden, lasse ich auch ein paar gesammelte Dinge zurück.





















