Coromandel

Am Morgen ist es noch ziemlich grau, aber man kann schon erkennen, dass die Wolkendecke langsam aufbricht. Der Wind halt allerdings nicht nachgelassen und es ist trotz Windschutz kaum möglich, draußen mit dem Gaskocher etwas zu kochen. Als ich nach dem Frühstück losfahren will, da tut sich Drücken des Startknopfes nichts, denn die Batterie ist leer. Ein gewöhnungsbedürftiger Punkt bei dem Auto ist, dass es keine zweite Batterie gibt. Für die Stromversorgung diverser Geräte gibt es eine Box, die wie eine große Powerbank ist. Während der Fahrt wird diese geladen. Gestern hatte ich die Kühlbox daran angeschlossen und offensichtlich hat die in der Nacht nicht nur die Powerbank, sondern auch noch die Fahrzeugbatterie leergesaugt. Ich gehe zu einem Café auf der anderen Straßenseite und die haben zum Glück ein Ladekabel. Mit tatkräftiger Unterstützung der anderen Camper bekommen wir den Wagen so hingeschoben, dass mir jemand Starthilfe geben kann. Das ging also nochmal gut. Die kleine Kühlbox schließe ich zukünftig direkt am Fahrzeug an, mit dem Nachteil, dass nicht mehr gekühlt wird, sobald der Motor aus ist. Viel passt da ohnehin leider nicht rein.
Eine fantastische Küstenstraße mit tollen Aussichten führt fast die ganze Zeit direkt am Wasser entlang und dort sind überall knorrige Pōhutukawa Bäume.

Von Waiomu geht es über den nördlichsten Punkt Neuseelands bis nach Fletchers Point.

Die letzten 26 km der Strecke sind eine Gravel Road mit Schlaglöchern und den sehr unangenehmen Waschbrettbereichen. Eine Staubwolke folgt mir.

In Fletchers Point muss ich dann feststellen, dass eine Rundfahrt um die Coromandel Peninsula bedauerlicherweise nicht möglich ist, da ein Teil der Straße fehlt. Schade, denn von Fletchers Point bis Stony Bay sind es nur 4,5 Kilometer Luftlinie. Ich muss also denselben Weg wieder zurück bis zum Ort Coromandel. Ich mache mir noch einen Kaffee, aber der ist mir nicht vergönnt, denn als ich noch etwas aus dem Auto hole, pustet der Wind meinen Stuhl samt Kaffee um. Von Coromandel fahre ich Richtung Osten bis Kūaotunu und dann Richtung Süden zum Hot Water Beach. Besucher können sich dort nur wenige Meter vom Ozean entfernt im Sand ihren eigenen Heißwasser-Pool graben, in den dann das geothermisch erhitzte Wasser strömt. Man muss dabei jedoch darauf achten, dass sich das bis zu 64° C heiße Wasser mit dem 17 °C kalten Wasser des Pazifiks mischt. Leider komme ich zur falschen Zeit dort an, denn es funktioniert nur von 2 Stunden vor bis 2 Stunden nach der Ebbe.

Ich fahre noch etwas Richtung Norden zur Cathedral Cove, muss aber feststellen, dass es keinen direkten Zugang gibt. Stattdessen gibt es im Ort gibt es einen kostenlosen Parkplatz und von dort fährt für NZ$ 8 (hin und zurück) ein Shuttle zum Aussichtspunkt, an dem der Wanderweg startet. Dank meiner schlechten Vorbereitung bin ich aber auch hier wieder zu spät, da die Shuttle-Busse nur bis 18 Uhr fahren. Da es schon fast 17:30 Uhr ist, würde ich also nicht mehr zum Parkplatz zurückkommen.

Unverrichteter Dinge fahre ich von Hahei weiter nach Tairua. Die ausgesuchte Campingmöglichkeit dort ist bereits voll belegt, aber zum Glück gibt es ein paar hundert Meter weiter noch ein kostenloses Plätzchen für die Nacht mit Bklick auf den Vulkankegel Mount Paku.