Rotorua

Es ist immer noch sehr windig und kühl und der Gaskocher hat wieder sehr zu kämpfen. Heute geht es in die geothermisch aktive Zone der Nordinsel rund um Rotorua.
In Whangamatā sind am Montagmorgen um 9:30 Uhr die Surfer schon aktiv. Dieser Lifestyle erinnert sehr an das Pura Vida in Costa Rica, obwohl hier die Luft- und Wassertemperatur für den ultimativen Spaß, wie ich finde, definitiv ein paar Grad zu niedrig sind.

Auf dem Weg nach Tauranga ist auch der Mount Maunganui, dessen Zugang allerdings gesperrt ist. Man kann dort jedoch zumindest auf die kleine Moturiki Island gehen, von der man einen schönen Blick über die Bucht und auf Motuotau Island hat, die für die Māori ein Wāhi tapu, also ein heiliger Ort, ist. Die Insel beherbergt die blauen Pinguine, verschiedene Seevögel und wird gelegentlich von Pelzrobben als Rastplatz genutzt.

Im Nachhinein habe ich recherchiert, dass es bei dem Unwetter auch am Mount Maunganui ein tragisches Unglück gab. Sechs Menschen sind dort am 22.01. morgens um 9:30 Uhr bei einem Erdrutsch umgekommen, der Teile des Campingplatzes verschüttet hat. Man hat sie erst 3 Tage später bei den Aufräumarbeiten gefunden. Auch am angrenzenden Papamoa Beach, wo ich unwissend der Geschehnisse noch ein Bad im Meer nehme, bevor ich die Küste verlasse, sind zwei Personen durch einen Erdrutsch umgekommen.
In Rotorua stinkt es aufgrund der Schwefeldämpfe, die aus der Erde kommen, nach faulen Eiern. Der Campingplatz direkt in der Stadt ist belegt, was in Anbetracht des Gestankes wohl auch gar nicht so schlimm ist. Nicht weit entfernt am Lake Ōkareka gibt es einen DOC-Platz für NZ$ 18 pro Nacht. Dort gibt es sogar einen „Aufpasser“, der auf dem Platz wohnt und die Gebühren kassiert.

Natürlich gibt es mal wieder einer dieser Spezies, die erst im Dunkeln auf den Campingplatz kommen und die anderen nerven. Er parkt seinen Wagen direkt neben meinem und rumpelt noch eine ganze Weile herum. 🙁



Es war ganz schön kalt in der Nacht. Die Scheiben vom Auto sind alle von innen komplett beschlagen vom Kondenswasser. Beim Frühstück habe ich Gesellschaft von ein paar Enten, die um mich herum watscheln. Ich spendiere ein paar Haferflocken, die gierig aufgefressen werden. Der See sieht so schön aus am Morgen und die Frau neben mir geht sogar baden. Davon motiviert raffe ich mich auch auf und tatsächlich ist das Wasser zwar frisch, aber sogar wärmer als die Luft. Ich schwimme entspannt eine Runde allein mit den Enten und bin froh, dass ich mich überwunden habe.

Außer überfahrenen Opossums gibt es ja unterwegs nicht so viele Tiere zu sehen hier, aber die Pūkekos müssen unbedingt erwähnt werden, da man sie wirklich oft sieht. Meist nehmen sie jedoch Reißaus, wenn man für ein Foto anhält.

Ich fahre zu Hell’s Gate. Leider muss ich noch etwas warten, da die erst um 10 Uhr öffnen. Der Eintritt für den geothermal Walk kostet stolze NZ$ 45 (knapp 23 €). Man kann sich einer Guided Tour anschließen, oder allein durch das Gelände laufen. Nach den ersten fünf Minuten entschiede ich mich allein weiterzugehen. Man kann auch ein Schlammbad nehmen (Schlammbad plus Walk = NZ$ 115).
Am Ende der Tour kann man sich bei Bedarf als Souvenir noch etwas in ein kleines Holzstück schnitzen. Das nennt sich dann Māori carving. Der Māori Name ist Tikitere. Der Sage nach hat sie sich hier vor 650 Jahren wegen der Respektlosigkeit und Gewalt ihres Ehemannes in einen der kochenden Pools gestürzt.

Über einen Pfad durch den Wald gelangt man zu den Kakahi Falls, die aber derzeit fast keine Wasser führen.

Ich fahre noch einmal zurück nach Rotorua. Das wirklich beeindruckende Gebäude des Rotorua Museums ist leider fast vollständig eingerüstet. Beim Erdbeben 2016 wurde es stark beschädigt und der Wiederaufbau wird noch bis 2028 dauern.

In der Gegend ist auch Te Puia, wo man verschieden Pakete buchen kann (das günstigste liegt bei NZ$ 100). Man kann dort den größten natürlichen Geysir der Südhalbkugel sehen. Der Pōhutu Geyser bricht wohl bis zu 20 Mal am Tag für 10 bis 20 Minuten bis zu 30 Meter hoch aus. Wann genau die nächste Eruption ist und wie stark die ausfällt lässt sich natürlich nicht genau sagen. Der große Parkplatz mit den vielen Bussen zeigt auf jeden Fall, dass der Ort sehr touristisch ist.

Weiter gehts zum Kerosene Creek. Der Fluss mit Thermalwasser wird gern zum Relaxen genutzt. Auf dem Parkplatz wird man darauf hingewiesen keine Gegenstände im Auto zu lassen, da es hier wohl häufiger zu Diebstählen kommt. Ein kurzer Fußweg durch den Wald führt dann zu dem Fluss, dessen Geruch wohl ursächlich für den Namen ist. Einige Leute sind auch am Baden, aber mich spricht das nicht so an. Außerdem muss man wohl besonders aufpassen, dass man kein Wasser in der Nase hochzieht, da es hier „Brain-eating“ Amöben gibt. Wenn die also erstmal ins Gehirn gelangen, dann liegt die Sterblichkeitsrate wohl bei 97 %.

Mit der Campingplatzsuche ist es nicht immer ganz einfach, da nicht jeder Platz die Erwartungen, die wirklich nicht sehr hoch sind, erfüllt. Eigentlich hatte ich mir einen Platz am Aratiatia Dam ausgesucht, aber der gefällt mir gar nicht und die Zeiten, zu denen der Damm geöffnet wird. (10, 12, 14 und 16 Uhr) passen auch nicht.

Mein Campingplatz ist somit heute am Lake Whakamaru. Ein schöner großer Platz, wo man sich nicht so dicht auf die Pelle rückt und auf dem es sogar kostenlose warme Duschen gibt, was eine absolute Ausnahme ist. Ich finde einen Stellplatz direkt am Seeufer. Der See lädt leider nicht so zum Baden ein, aber der Ausblick ist toll.