Was für eine Stimmung heute Morgen am See. Unter den dunklen Wolken scheint die aufgehende Sonne hindurch auf die noch leicht nebligen Hügel. Es ist absolut ruhig, nur ein paar schwarze Schwäne ziehen ihre Bahnen.
Zwischen Rotorua und Taupō gibt es noch einen beliebten geothermischen Spot und das ist Orakei Korako. Dort kann man sich die Gegend für NZ$ 57 anschauen. Man wird dazu mit einem Boot über den Waikato River übergesetzt. Sicher hat jeder der drei Spots seine Besonderheiten, aber auch viele Gemeinsamkeiten. Ob man sich bei den Eintrittspreisen tatsächlich alle drei anschauen möchte, muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden.
Wenn man in der Gegend unterwegs ist, dann sieht man an vielen Stellen den weißen Dampf, der aus der Erde kommt. Natürlich wird die Energie des heißen Dampfes auch genutzt. Die Wairakei Power Station hat beispielsweise eine Kapazität von 181 MW. In Neuseeland werden 25 % des gesamten Energiebedarfs durch geothermale Energie erzeugt.
Kurz vor Taupō sind die Huka Falls. Nicht nur die tolle Farbe, sondern auch die Wassermassen sind beeindruckend. Der Fluss verjüngt sich hier von 100 Meter Breite auf 15 Meter Breite und presst die Wassermassen förmlich durch die Schlucht. Der Wasserfall ist zwar mit 11 Metern nicht hoch, aber mit bis zu 220 m³/s ist er weltweit noch unter den Top 20 der Wasserfälle mit dem größten Volumenstrom. Auch wenn das nur knapp 1/10 der Niagarafälle ist, so könnte ein olympisches Schwimmbecken in 11 Sekunden gefüllt werden. Mehrere hydroelektrische Kraftwerke, die am Waikato River, dem längsten Fluss Neuseelands, angesiedelt sind, decken zusammen 15 % des landesweiten Strombedarfs. Der Volumenstrom kann je nach Bedarf reguliert werden.
Man kann auch für NZ$ 49 mit den roten Booten der Huka Falls River Cruise auf dem Fluss gemütlich zu dem Wasserfall fahren. Adrenalinjunkies können für NZ$ 179 eine 30-minütige Fahrt mit den blauen hukafalls JET Booten buchen, die mit 522 kW und bis zu 80 km/h durch den Fluss rasen und ganz dicht an den Wasserfall kommen. Das man dabei auch nass wird, ist garantiert.
Unerwartet taucht in Taupō die nagelneue, 7 Meter hohe Boom Boom Skulptur an der Straße auf. Der Dinosaurier, der aus rostfreiem Stahl ist, sieht mit den Falten fast so aus wie eine aufblasbare Figur. Das Kunstwerk wird natürlich kontrovers diskutiert und für irgendwelche Memes verwendet. Ich denke, auch wenn der Bezug zur Stadt nicht klar gegeben ist, wird es zukünftig ein beliebter Fotospot, der Taupō in den sozialen Medien bekannter machen wird.

In Taupō sind heute einige Pflichten zu erledigen. Zunächst muss ich meine Lebensmittel und Getränke auffüllen und tanken. Außerdem ist Wäsche waschen angesagt. Was etwas nervt ist, dass es in den Supermärkten kein vernünftiges Brot gibt. Selbst die Brote, die von außen vielversprechend aussehen, lassen sich mit zwei Fingern wie ein Wattebausch zusammendrücken. Obst und Gemüse sind in der Regel eher teurer als in Deutschland. Bier und andere alkoholische Getränke gibt es nur in speziellen Liquor Shops und manchmal auch im Supermarkt. Alkohol ist, wie auch in Australien deutlich teurer als in Deutschland.
Der Weg zum Campingplatz ist nicht besonders gut, aber der Platz ist sehr groß und hat schöne Stellplätze. Das Wasser vom Lake Taupō ist etwas frisch, aber glasklar und herrlich zum Baden. Es ist noch richtig schön warm in der Abendsonne und ich genieße mein Bier am Strand des Sees, an dessen Ufer überall Bimssteine liegen, die auf dem Wasser schwimmen können. Gegen 19:45 Uhr verschwindet die Sonne hinter den Hügeln.
Der Tag beginnt mit einem Bad im Lake Taupō. Leider habe ich kein Thermometer mit, aber ich glaube, zu Hause würde ich bei der Wassertemperatur nicht baden gehen. Nach dem Frühstück kümmere ich mich noch um meine Frisch- und Abwasserbehälter, bevor ich auf den 1088 Meter hohen Taurara wandern werde. Auf dem 3 Kilometer langen Wanderweg sind noch knapp 500 Höhenmeter bis zum Gipfel zu bewältigen. Gute 3 Stunden sind einzuplanen. Interessanterweise führen manche offiziellen Wanderwege über Privatgelände. Auch hier gibt es an einigen Stellen extra Überstiege, um über die Weidezäune zu kommen. Ich würde mir wünschen, dass gelegentlich mal ein Schild an einem Baum ist, das anzeigt wie weit es noch ist. Da man selten jemandem begegnet, kommen mir die 3 Kilometer sehr lang vor.
Um kurz vor 12 Uhr erreiche ich den Gipfel. Dort macht gerade eine Schulklasse lautstark Rast, aber wenn man den Pfad durch die Büsche noch ein Stück weitergeht, dann ist es wieder ruhig und man hat einen tollen Ausblick über Taupō auf den See und die Umgebung.
Ich beginne den Abstieg kurz bevor die Schulklasse aufbricht, da es schöner ist in Ruhe durch die Natur zu wandern. Unterwegs ist mal wieder eine interessante Wolkenformation zu sehen. Im Hintergrund, wenn ich das richtig interpretiert habe, der Karewarewa und dahinter der schneebedeckte Pukeonake (1225 m)
Für den Campingplatz, den ich mir ausgesucht habe, wird zwar eine Route bei Google Maps angezeigt, aber dummerweise führt die nicht zum Ziel, sondern in eine Sackgasse an dessen Ende ein verschlossener Tunnel ist. Erst wenn man die Straße wieder ein paar Kilometer zurückfährt, dann sieht man ein eindeutiges Schild, dass nur aus dieser Richtung gut zu sehen ist. Warum Google diesen Weg nicht kennt, weiß ich nicht. Es dauerte eine Weile bis ich die Zufahrt gefunden habe. Am Ende ist es ein kleiner Platz mitten im Wald. Gegen Abend fängt es mal wieder leicht an zu regnen.
Google Maps nervt häufiger. Ich wünsche mir die Zeiten zurück, wo man noch sehen konnte „Route wird neu berechnet“ und „Wenn möglich bitte wenden“. Wenn man jetzt mal falsch abbiegt, dann kann man gar nicht so schnell gucken, wie eine neue Route berechnet ist. Manchmal wird man dann viele Kilometer falsch geleitet, bis ein offizieller Wendepunkt erreicht ist. Man merkt das nur daran, dass die Zeit zum Zielort auf einmal immer größer wird.













