Marlborough

Am Morgen, wenige Stunden nachdem ich angekommen bin, sehe ich erstmals, wo ich in der Nacht geparkt habe. Die Stimmung auf dem Platz fühlt sich für mich nicht so an, dass ich länger bleiben möchte. Zum einen liegt es daran, dass es leicht regnet, aber auch die Leute, die morgens schon früh und ohne Frühstück den Platz verlassen, bringen immer etwas Unruhe und Aufbruchstimmung mit sich. Ich schließe mich zum ersten Mal dem „fluchtartigen“ Verlassen des Platzes an. Nur ein paar Kilometer weiter finde ich einen wirklichen schönen Spot zum Frühstücken, den Karaka Point. Die Sonne scheint mittlerweile und von dort sieht man auch die Fähre, die sich gerade auf den Weg nach Wellington macht. Nach dem Frühstück gehe ich den Weg hinunter zum Strand. Das Wasser ist glasklar, aber sehr erfrischend. Als ich wieder oben bin, wird es auf einmal sehr windig.

Ich muss heute noch zum Einkaufen und Tanken nach Blenheim, dem mit circa 30000 Einwohnern einzigen etwas größeren Ort in der Gegend. Ich fahre allerdings nicht die Hauptstraße über Picton, sondern eine schmale, kurvige Straße, die mich an der Küste entlang führt. So viele Autos fahren hier wohl nicht, zumindest unterbrechen die Schafe ihre Mahlzeit, um mich zu beobachten. Der Ausblick auf dem Weg nach Port Underwood ist umwerfend. Alle paar Meter möchte man anhalten und ein Foto machen.

In Port Underwood hört der asphaltierte Teil der Straße auf und es geht auf der Gravel Road weiter. Die ist zwar größtenteils in einem ganz guten Zustand, aber ich ziehe eine Staubwolke hinter mir her. Als ich in der Robin Hood Bay ankomme, sieht man das dem Auto leider auch deutlich an.

In der Monkey Bay mache ich noch einen Stopp. Ein langer, menschenleerer Strand schließt sich Richtung Süden an. Unmengen an Treibholz liegt am Strand und was auch hier wieder auffällt ist, dass es so gut wie keinen Plastikmüll am Strand gibt. Das scheint doch ein vorwiegend asiatisches Problem zu sein.

Marlborough ist nicht nur die größte Weinbauregion Neuseelands, sondern es soll auch die sonnigste Region des Landes sein. Weltberühmte Sauvignon Blancs kommen aus der Gegend. Insgesamt exportiert Neuseeland 180 bis 300 Millionen Hektoliter Wein jährlich. Hauptabnehmer sind USA, UK und Australien. In Deutschland bekommt man neuseeländische Weine fast nur online oder vereinzelt in Fachgeschäften. Die Weinfelder, an denen man hier vorbeifährt, sind wirklich riesig. In unzähligen, endlos langen Reihen stehen die Reben. Je nach Sorte findet die Weinlese im März/April, also in wenigen Wochen, statt.

Heute ist das mit einem schönen Platz für den Abend und die Nacht mal wieder nicht so einfach. Die ersten beiden Spots, die ich anfahre, sagen mir gar nicht zu, aber die Marfells Beach Campsite (DOC) ist nach meinem Geschmack.