Auf dem Weg nach Christchurch sehe ich auch heute, etwas südlich von Kaikōura am Oaro Beach, von der Straße aus eine noch größere Delphinschule als gestern. Leider nieselt es und die Sicht ist etwas getrübt. Es wird gesprungen was das Zeug hält. Manchmal springt auch eine Gruppe gleichzeitig aus dem Wasser. Das muss doch vorher untereinander „abgesprochen“ sein. Wirklich beeindruckend. Ich glaube, die Delphine haben Spaß, denn so viele Sprünge, teils mit Salto und Schraube, macht man ja nicht, wenn man schlecht gelaunt ist. Zum Schluss schwimmen noch ein paar Tiere nur ein paar Meter vom Strand entfernt entlang. 🙂




Christchurch/Ōtautahi ist mit circa einer halben Million Einwohner die größte Stadt der Südinsel und wird auch „Garden City“ genannt. Die Stadt wurde schon von etlichen Erdbeben erschüttert. Nur ein knappes halbes Jahr nach dem Erdbeben in 2010 ereignete sich das zerstörerischste am 22. Februar 2011, das in nur 25 Sekunden verheerende Schäden anrichtete. Es kamen 185 Menschen ums Leben und tausende von Gebäuden wurden schwer beschädigt. Zuletzt geriet Christchurch jedoch mit dem Terroranschlag im März 2019 in die Schlagzeilen, bei dem ein Australier aus rassistischer Motivation 51 Menschen töten und 89 verletzen konnte, bevor die Polizei in stoppte.
Die Christ Church Cathedral von 1881 ist aus finanziellen Gründen auch 15 Jahre nach dem Erdbeben noch nicht vollständig wieder aufgebaut. Die Wiedereröffnung soll erst Ende 2030 sein.
Durch einen Torbogen gelangt man über die Bridge of Remembrance, ein Kriegsdenkmal für die Gefallenen im 1. Weltkrieg, die über den Avon River / Ōtākaro führt, in die Fußgängerzone. Wie man an der Kleidung sieht, ist es auch im Sommer in Christchurch nicht sonderlich warm. Heute bleibt das Thermometer knapp unter 20° C und in der Nacht werden circa 12° C erwartet. Auch wenn es im Schnitt zu dieser Jahreszeit auch sonst nicht deutlich wärmer ist, so ist dieser Februar der kühlste seit fast 15 Jahren.
Der Betrieb der Straßenbahn wurde in Christchurch in den 1950er Jahren eingestellt, aber für die Touristen wird seit 1995 wieder ein 2,5 Kilometer langer Rundkurs mit den alten Wagen angeboten. Wagen 178 ist von 1921 und er muss, wie die Wagen in San Francisco, am Ende der Strecke gedreht werden, da er nur in eine Richtung fahren kann. Der Antrieb ist hier allerdings elektrisch (600 VDC, 30kW). Das Tagesticket kostet NZ$ 42, was für so eine kurze Strecke ziemlich viel ist, aber wer’s mag. Es können bis zu 53 Personen sitzend und 24 stehend mitgenommen werden. Man kann aber nur hoffen, das der Wagen nie so vollgestopft wird.
Ungewöhnlich viele, tolle Street-Art Kunstwerke zieren die Gebäude in der Stadt. Hier eine kleine Auswahl davon.






Im Supermarkt bekommt man mit dem Kassenbon fast immer auch noch einen Bon mit Tankrabatt, der bis zu 10 Cent pro Liter sein kann. Benzin kostet mit diesem rabattierten Preis derzeit beispielsweise 241,7 Cent. Das entspricht ungefähr 1,26 €. Im Vergleich zu Deutschland also verhältnismäßig günstig.
Mein Schlafplatz ist nur eine halbe Stunde vom Stadtzentrum entfernt auf einem Platz am Selwyn River, der zurzeit eher ein Rinnsal ist. Ich habe einen schönen Platz unter einem großen Baum und genieße die Sonne so lange es geht. Es sind etliche Camper hier, aber die verteilen sich gut über den Platz, sodass man genug Freiraum hat, wenn man es möchte.





