Mein nächstes Ziel ist es von der Canterbury Region über die Southern Alps / Kā Tiritiri o te Moana zur West Coast Region zu fahren. Das Gebirge entstand vor etwa 100 bis 150 Millionen Jahren und hat allein 24 Gipfel mit einer Höhe über 3000 Meter. Der höchste ist mit 3724 Metern der Aoraki / Mount Cook. Der Māori Name bedeutet „Wolkenstecher“. Heute geht es erstmal nur bis zu einer Campsite am Bealey River, kurz vor dem kleinen Ort Arthur’s Pass, der auf einer Höhe von 739 Metern liegt. Es ist strahlend blauer Himmel und nehme den Great Alpine Highway SH 73. Eine interessante Landschaft in der fast ausschließlich Gras den Boden bedeckt. Größere Bäume sucht man hier vergeblich.
Von der Straße sieht man das Quantum Field im Kura Tāwhiti Scenic Reserve. Dort gibt es inmitten einer grünen Wiese etliche riesige Kalksteinfelsblöcke, die aber erst aus der Nähe ihre Größe offenbaren. Es ist ein beliebter Ort zum Bouldern, aber auch ohne Equipment kann man an einigen Stellen auf die großen Brocken gelangen. Bei dem traumhaften Wetter ein sehr lohnenswerter Stopp.
Der Lake Pearson / Ōpōrea, der hinter einer Kurve unerwartet auftaucht, ist eine tolle Abwechslung in dieser Gegend. Da fast kein Wind ist, ist die Wasseroberfläche nur ganz leicht gekräuselt.
Am „Eingang“ zum National Park sieht man im Hintergrund schon die ersten Berge, die auch im Sommer noch schneebedeckt sind. Positiv erwähnen muss ich an dieser Stelle einmal, dass man in Neuseeland, im Gegensatz zu Tasmanien, Nationalparks und Sehenswürdigkeiten in der Regel kostenlos besichtigen kann.
In der Ortschaft bei einem Café tauchen dann die ersten Keas auf, die dort auf dem Parkplatz, auf den Autos oder auch frech über die Tische wandern. Da darf man nicht erschrecken, wenn die circa 50 cm großen Vögel sich dem Teller nähern, sonst ist schnell etwas vom Essen stibitzt. Es sind bestimmt die am meisten fotografierten „Einwohner“ von Arthur’s Park.
Nach einer kleinen Stärkung fahre ich weiter zum Temple Basin. Dort gibt es einen circa 2,5 Kilometer langen Track zur Temple Basin Ski Area. Bei dem herrlichen Wetter lohnt der knapp 1-stündige Aufstieg über den Schotterpfad auf jeden Fall.
In circa 1360 Meter Höhe hat man einen fantastischen Ausblick. Etwas links im Hintergrund der 2271 Meter hoch Mount Rolleston.
Auch das endemische und zurzeit blühende South Island Edelweiss findet man hier oben.
Eine Sache fällt mir gerade einfallt, weil sie ziemlich spezifisch ist für Neuseeland, ist, dass es in Parks, an Sehenswürdigkeiten oder Trails meist keine Mülleimer gibt. Jeder soll seinen Müll wieder mitnehmen und zu Hause oder an geeigneter Stelle entsorgen. Das scheint zu klappen, denn man sieht den Müll deshalb nicht irgendwo in der Gegend herumliegen.
Der Campingplatz ist am Bealey River, dessen breites Flussbett aber fast komplett trocken liegt.
Ich habe mal nachgeschaut, wie es geregelt ist mit den Doppelnamen. In der Regel kommt zuerst der Māori Name, weil das der ursprüngliche Name ist, gefolgt vom englischen Namen. Es gibt aber auch Ausnahmen oder Orte die bisher (noch) keinen Doppelnamen haben. Fast ein bisschen typisch deutsch gibt es dafür die Guideline for Treaty Name proposals, wo das genau beschrieben ist.


















