Fox Glacier

Brrr, war das kalt heute Nacht. Obwohl der Ort Franz Josef nur circa 150 Meter über dem Meeresspiegel liegt, waren es nur 4° C. Ohne Standheizung bleibt’s da auch im Auto nicht viel wärmer. Wenn das so weitergeht, dann muss ich irgendwie umplanen und ggf. früher zurück Richtung Norden. Da wär dann ja allerdings wieder das Problem mit der Fähre. Normalerweise sollte es Anfang März noch nicht ganz so kalt sein, allerdings ist ja bereits Herbstanfang. Für die Südinsel wäre es sicher etwas angenehmer ein paar Wochen früher hier zu sein. Als ich aus dem Auto komme, sehe ich, dass Keas durch das Camp streifen und ich sehe den ersten Tūī. Eigentlich überall hört man die Stimme des circa 30 cm großen Vogels, aber gesehen habe ich ihn leider bisher nur auf dem Etikett des gleichnamigen Bieres. Mein seinen zwei weißen Püscheln am Hals ist er unverkennbar.
Apropos Bier, bedauerlicherweise gilt hier ja nicht das (deutsche) Reinheitsgebot und fast jedes Bier enthält geringe Mengen Zucker und das Tui sogar auch noch überflüssigerweise Karamell III (E150c), was gar nichts mit Karamell zu tun hat und auch nicht besonders gesund ist.

Enttäuschenderweise wird die Ruhe schon frühmorgens von dem Lärm der Helikopter gestört. Erst lassen sie wohl ihre Motoren warm laufen und dann geht es los, alle paar Minuten startet einer und das den ganzen Tag über. Gestern Nachmittag ist das gar nicht so extrem aufgefallen, aber das Geknatter nervt ziemlich. Ich unternehme ein paar kürzere Wanderungen in der Umgebung.

Vom Aussichtspunkt sind es nur 3 Kilometer bis zum Gletscher.

Die 1,7 Kilometer lange Wanderung zum Lake Wombat ist etwas enttäuschend. Der kleine See ist kein Highlight und eine tolle Aussicht hat man dort auch nicht.

Am Fox Glacier ist es nicht so überlaufen wie bei Franz Josef.

Der Gletschersee Lake Matheson ist berühmt für seine tollen Spiegelungen der Berge auf der Wasseroberfläche. Dafür muss man aber das Glück haben, dass es absolut windstill ist. Vom Parkplatz sind es 1,2 Kilometer Fußmarsch bis zum Jetty Viewpoint. Der Wind ist heute nur ganz leicht, aber es reicht für eine Kräuselung, die jede Spiegelung zerstört. Man kann auch einmal um den See herumwandern (4 km).

Heutzutage wird leider überall auf der Welt die Landschaft mit großen Schriftzügen „I love …“ oder anderem Mist verschandelt, nur um es Social-Media kompatibel zu machen. Auch hier steht ein überdimensionaler Bilderrahmen in der Landschaft. Ein kleines Schild am Weg, welcher Berg was ist, hätte es auch getan.

An der Westküste gibt es sehr wenig Freedom Camping. Mein Campingplatz ist heute am Lake Paringa. Auf der DOC Seite muss man für eine Buchung schon die Nr. des Stellplatzes auswählen, einige Nummern fehlen aber. Da ich schon DOC Plätze gesehen habe, die mir gar nicht gefallen haben, fahre ich erstmal ohne Buchung hin. Der Platz ist ganz ok und ich bleibe. Das Problem mit den fehlenden Nummern hatten auch andere Gäste. Vielleicht kommt ja noch jemand vorbei, bei dem man bezahlen kann. Wenn nicht, dann nicht. Natürlich sind auch hier wieder Sandfliegen, aber mit ein bisschen Spray geht’s.
Was etwas nervt sind die großen Motorhomes, von denen hier ziemlich viele unterwegs sind. Entweder versperren sie für anderen auf dem Platz die Aussicht, oder man hat so eine große weiße Wand neben sich, schlimmstenfalls sogar zwei. Ich habe auch welche beobachtet, bei denen die Insassen en Wagen zwischen Ankunft am Abend und Abfahrt am Morgen gar nicht verlassen haben.