Bluff

Eigentlich wollte ich als Nächstes zum Milford Sound fahren, aber die Wettervorhersage zeigt dort viel Regen in den nächsten beiden Tagen, dann ist es einen Tag sonnig, bevor es wieder regnet. Ich ändere also meinen Plan entsprechend und fahre zunächst erstmal nach Bluff / Motupōhue. Das ist das Gute daran, wenn man nicht vorgebucht hat und flexibel sein kann. Erstmal genieße ich aber noch etwas die Zeit am See.

Auf dem State Highway 6, der die Südinsel von Nord nach Süd durchquert, gelangt man über Winton und Invercargill / Waihōpai nach Bluff / Motupōhue. Der Ort hat nur knapp 2000 Einwohner und ist nicht, wie manchmal erwähnt oder vermutet, der südlichste Punkte der Südinsel. Die Gegend hier ist, wie der Name Southland Plains schon vermuten lässt, ziemlich flach und langweilig.
Invercargill / Waihōpai ist nicht nur die südlichste, sondern auch westlichste Stadt Neuseelands, auch wenn es von dort noch circa 160 Kilometer bis zur Westküste sind. Die Stadt ist mit knapp 60000 Einwohnern groß genug, dass es dort alles gibt, was man braucht. Bluff / Motupōhue hingegen hat nicht viel Sehenswertes. Der Ort wird bestimmt durch den Hafen und hat somit einen industriellen Charakter. Direkt an der Uferstraße steht der Bluff Kitchen Food Truck an dem ich mir um 12:30 Uhr erstmal für NZ$ 20 eine leckere Portion „Blue Cod & Chips“ hole.

Schräg gegenüber ist ein Laden mit sehr skurrilen Figuren, der allerdings geschlossen hat. Nur ein Hund kommt an die Tür als ich durch das Fenster hineinschaue.

Am Stirling Point steht nicht nur der kleine Leuchtturm, sondern auch ein Wegweiser, der diverse Entfernungen und Richtungen anzeigt. Von hier sind es sind nur noch 4810 Kilometer bis zum Südpol, allerdings 18958 Kilometer bis nach London.
Auf einem 265 Meter hohen Hügel gibt es noch einen Aussichtspunkt. Man gelangt ganz bequem mit dem Auto bis nach oben. In einiger Entfernung sieht sogar mal einen kleinen Windpark. Der ging 2015 ans Netz und bringt im Jahr 25,2 GWh. Bis 2035 will man im Land bis zu einem Drittel des Energiebedarfs mit Wind erzeugen.

Am Nachmittag gibt es etwas Nieselregen. Mein Campingplatz ist circa 34 Kilometer östlich von Bluff, da ich aber das 20000 Hektar große Moor Awarua Wetlands umfahren muss, sind es 64 Kilometer. Gegen Abend hört der Regen zum Glück wieder auf und es gibt wieder mal einen kitschigen romantischen Sonnenuntergang.