Der Campingplatz ist an dem Naturhafen Toetoes Harbour, der hauptsächlich vom Matatura River und dem Titiroa Stream gespeist wird, aber auch eine Öffnung zum Meer hat. Am Morgen sind im Wasser vor mir, wo man auch hinschaut, schwarze Schwäne, die ganz gemütlich umherschwimmen. Es ist zwar immer noch recht frisch nachts und morgens, aber zum Glück nicht mehr so kalt wie in Franz Josef.

Schafe sind ja durchaus nichts Besonderes in Neuseeland, aber dass die mich so geschlossen anstarren ist das erste Mal. Vielleicht liegt es daran, dass hier nicht so oft jemand vorbeikommt. Man kann übrigens schon von weitem gut erkennen, ob die Schafe schon geschoren wurden. Die, die es noch vor sich haben, sind schmutzig graubraun, während die geschorenen auf den grünen Wiesen weiß leuchten. Bei diesen hier ist es noch nicht allzu lange her mit dem Scheren. Auf dem Weg zum Slope Point ist es teilweise noch neblig.


Der Slope Point ist der südlichste Punkt der Südinsel. Der Zugang erfolgt über privates Farmland und am Eingang sind nicht nur große Warnschilder, sondern auch ein paar Stehlen in Gedenken an Leute, die hier umgekommen sind. Aufgrund der unberechenbaren Wetterverhältnisse und den ungeschützten circa 30 Meter hohen Klippen stürzt wohl manchmal jemand ab, wenn es rutschig und windig ist, oder die Person schlicht unvorsichtig war. Oft werden die Leichen nie gefunden, da das Meer sie verschlingt.
Der Weg dauert circa 20 Minuten. Auf geht’s. Die wenigen Bäume, die hier stehen, zeigen eindeutig was die vorherrschende Windrichtung ist.


Am Ende des Weges erwartet einen ein toller Ausblick, ein schmuckloser Leuchtturm und ein Schild. Dieser Punkt ist also 7 Kilometer dichter am Südpol als Bluff.





Als Nächstes geht es zum Waipapa Point. Am Strand liegt dort überall von den Wellen abgerissenes Kelp. Im nassen Zustand ist die Alge sehr flexibel und selbst die ganz dünnen Fäden kann man mit den Händen absolut nicht zerreißen. Im trockenen Zustand sieht das ganz anders aus, denn dann ist es steif und bricht leicht.



Was ich bisher nicht wusste, ist, dass in Neuseeland Rehe als Nutztiere für den Fleischverzehr gehalten werden. Neben dem Fleisch der Tiere werden auch noch aus den gemahlenen Geweihen Nahrungsergänzungsmittel hergestellt. Vorwiegend sind es Rotwild, Damwild und Wapiti, die in großen Gruppen auf den Weiden mit besonders hohen Zäunen zu sehen sind. Es gibt circa 1400 Farmen auf denen circa 800000 Tiere gehalten werden.
Da ich gestern nur durch Invercargill durchgefahren bin, mache ich dort heute einen Stopp um die Vorräte aufzufüllen, denn im Fjordland gibt es kaum Möglichkeiten dafür. Mittlerweile steigen die Benzinpreise auch hier aufgrund des Krieges der USA und Israel mit dem Iran täglich.


Offensichtlich ist irgendwo ein Event, denn ständig begegnen mir unterwegs Oldtimer, die bei dem mäßigen Wetter sonst wohl eher nicht unterwegs wären.

Heute habe ich entschieden, dass es mal wieder an der Zeit ist etwas komfortabler zu übernachten. Ich habe ich mir einen Stellplatz in der Last Light Lodge in Tuatapere gebucht. Für NZ$ 35 gibt es da mal wieder das komplette Paket. Da es nachmittags zu regnen anfängt, war das auf jeden Fall eine gute Entscheidung. Das Bad ist nagelneu, super sauber und hat eine tolle Dusche. Die vollausgestattete Küche ist angenehmer, als der kleine Gaskocher. Natürlich gibt es auch WiFi, Waschmaschine und Trockner, TV, ein Restaurant etc.
In der Nacht hat es durchgängig geregnet und auch heute Morgen kommt man nicht trocken vom Auto zum Gemeinschaftshaus. Große Pfützen sind überall auf dem Platz. Es hat wohl auch eine Jugendgruppe letzte Nacht hier geschlafen, denn die Ruhe in der Küche ist hektischer Betriebsamkeit gewichen. Man kann es noch nicht so richtig glauben, aber morgen soll dann ja das schöne Wetter am Milford Sound sein. Da das noch ein ganzes Stück entfernt ist, mache ich mich heute auf in die Richtung und suche mir dann in der Nähe einen Platz, von dem ich es morgen früh nicht so weit habe. Die Gegend ist langweilig, denn die Straßen sind überwiegend gerade und die Gegend ist flach. Man sieht nur Kühe und Schafe. Einen Stopp lege ich noch in Te Anau ein. Zum Glück regnet es zu dem Zeitpunkt gerade mal nicht. Beim Blick auf den See sieht man nicht viel, aber zumindest sieht man, dass die Wolken sehr tief hängen.


Bei Miles Better Pies hole ich mir für NZ$ 8 einen Veggie Pie, der super lecker ist. Leider ist er so heiß, dass ich eine ganze Weile warten muss, bis ich ihn essen kann. Der Laden ist wohl auch schon auf Social Media bekannt, denn es ist richtig viel los.
Das Eglinton Valley ist eine riesige Graslandschaft mit diversen mittelhohen Bergen im Hintergrund. Natürlich ist auch dies ein Schauplatz, der für die Herr der Ringe Filme verwendet wurde.

Auf der Cascade Creek Campsite (DOC) gibt es keinen Handyempfang.
