Zum Glück war in der Nacht so gut wie kein Verkehr auf dem State Highway 1, sodass ich ungestört schlafen konnte. Ich glaube, ich habe auf diesem Roadtrip mehr Sonnenaufgänge als Sonnenuntergänge gesehen und es ist nachweislich weder der eine noch der andere schöner, was auch der heutige Sonnenaufgang um kurz nach 7 Uhr zeigt. Nun ist es nur noch genau eine Woche, bis ich mit der Fähre zurück auf die Nordinsel fahre. Ich habe das große Glück, dass Wayne den Wagen nach meiner Reise übernehmen wird und ich mich somit nicht um einen Käufer bemühen muss. Als es in Franz Josef nachts so kalt war, hätte ich ja am liebsten abgebrochen, aber jetzt kommt schon fast etwas Wehmut auf, wenn ich daran denke das Ende des Roadtrips näherrückt. Auch wenn die sonnigen Tage noch wirklich warm sind, merkt man jedoch bereits deutlich, dass der Sommer langsam dem Herbst Platz macht.

Der alte Leuchtturm am Katiki Point (1878) ist noch in Betrieb, allerdings schon lange mit moderner LED-Technik. Nach ein paar Minuten Wanderung kommt man zu einer grasbewachsenen Fläche oben auf den Felsen. Dort liegen überall schlafende Seelöwen und die stören sich nicht daran, wenn man direkt an ihnen vorbeiläuft. Das sie so weit nach oben klettern finde ich erstaunlich. Im Gras ist es aber vermutlich bequemer als am Strand und man kann sich sicher sein, dass man trocken bleibt. Katiki Point ist wohl auch ein sehr guter Spot um Gelbaugenpinguine zu sehen, wenn man denn zur richtigen Zeit hier ist.




In Ōamaru gibt es im historischen viktorianischen Bezirk seit 2011 das Steampunk Headquarter. Der Eintritt kostet NZ$ 15 und ich finde, auch wenn man eigentlich nichts mit dem Steampunk Genre am Hut hat, lohnt sich ein Besuch, wenn man technischen Kram und Maschinen interessant findet. Sowohl im Haus, als auch draußen auf dem Hof gibt es viel zu sehen. Anfang Juni findet in der Stadt auch jedes Jahr ein Steampunk Festival statt.







Viele der Installationen sind auch interaktiv. So gibt es beispielsweise einen verspiegelten Raum, in dem die unendlichen Spiegelungen und wechselnde Farben, untermalt von den passenden Klängen, den Besucher für ein paar Minuten in eine andere Welt eintauchen lassen.



In der Harbour Street gibt es eine ganze Menge außergewöhnlicher Geschäfte. Ein wirklich cooler Shop ist die Buggyrobot Gallery von Martin Horspool. Die aus Alltagsgegenständen hergestellten Roboter und was es dort sonst noch so zu kaufen gibt, sind kleine Kunstwerke, was man leider auch am Preis merkt. Etliche Hundert Dollar für einen spontanen Kauf sprengt für mich dann doch den Rahmen.




Auch in Ōamaru gibt es die Möglichkeit am Abend auf einer eigens dafür errichteten Tribüne die kleinen Pinguine zu sehen. Das kostet allerdings auch NZ$ 47 und man teilt sich das Erlebnis mit bis zu 350 Leuten und ist dabei, durch einen Zaun getrennt, 10 bis 15 Meter von den Pinguinen entfernt. Ganz in der Nähe ist der Bushy Beach, wo man mit Glück und kostenlos die tagaktiven Gelbaugenpinguine sehen kann. Bedauerlicherweise darf man nachmittags nicht mehr zum Strand hinuntergehen. Von den Aussichtspunkten ist jedoch kein Pinguin zu sehen, auch wenn es zeitlich eigentlich passen würde. Die Beobachtungshütte ist, wie ich finde, viel zu weit weg vom Strand.

Der Campingplatz am Waihao Beach ist weitab von der Hauptstraße und nicht mehr in Otago, sondern bereits in Canterbury. Der Strand besteht, so weit das Auge reicht, aus einem riesigen Wall aus fast handtellergroßen Kieselsteinen. Es macht ein ganz spezielles Geräusch, wenn die Kiesel durch die Wellen herumgewirbelt werden und aufeinander abrollen. Am Wasser ist es sehr windig, aber der Campingplatz liegt ja geschützt hinter dem Kieselwall.
