Nelson

Wie man sieht, ist der Himmel wolkenlos und es wird ein schöner Tag. Beim Frühstück sticht mich dann jedoch eine Biene oder Wespe mittig in die Oberlippe. Zum Glück habe ich die nicht verschluckt. Ich habe zwar eine Pinzette dabei, kann aber im Außenspiegel des Wagens nicht erkennen, ob der Stachel noch steckt. Ich frage daher bei meinen Nachbarn, die praktischerweise auch aus Deutschland sind, um Hilfe. Es tut gar nicht so sehr weh, aber ich merke, wie die Lippe zunehmend anschwillt. Als ich nach einer Weile in den Spiegel schaue, bin ich doch etwas erschrocken. Es sieht aus wie eine Schlauchbootlippe nach einer Schönheits-OP.

In Nelson / Whakatū werde ich darauf aufmerksam, dass dort vom 15. bis 21.03., also bis gestern, das alle 4 Jahre stattfindende Vero International Festival Of Historic Motoring stattgefunden hat. Über 550 Fahrzeuge von 1903 bis 1996 aus Neuseeland und der ganzen Welt haben teilgenommen. Einige der Fahrzeuge haben ein „Untouched Road“ Schild mit den Jahreszahlen 1993 und 2026. Daraus schließe ich, das die tatsächlich seit über 30 Jahren nicht mehr auf der Straße waren. Das letzte Mal war das Festival in New Plymouth auf der Nordinsel. Wo es 2030 sein wird, steht aktuell noch nicht fest. Tolle Bilder von dem Event findet man hier. Man sieht noch einige Fahrzeuge in der Stadt herumfahren und auch vor dem Nelson Classic Car Museum parken ein paar Schmuckstücke, die 90 bis 100 Jahre alt sind.

Ich bin noch etwas einkaufen und fühle mich dabei gar nicht wohl mit meiner dicken Lippe. Es steht ja nicht dran, dass das von einem Insektenstich kommt.
Am Trafalgar Square steht auf einer kleinen Anhöhe eine Kirche mit einer ungewöhnlich offenen Turmstruktur. Mehr Sehenswürdigkeiten hat die Stadt dann auch nicht. Etwas außerhalb, auf dem Botanical Hill, gibt es noch das Centre of New Zealand Monument, welches jedoch nicht das geografische Zentrum markiert. Es ist lediglich der Nullpunkt auf den sich Vermessungen Ende des 19. Jahrhundert bezogen.


Ich bleibe in Nelson und buche mir eine Nacht im Tahuna Beach Holiday Park direkt am Meer. Bei Ebbe kann man dort weit hinausgehen. Es erinnert mich ein bisschen an das Wattenmeer, aber der Boden ist hier fest und nicht matschig. Teilweise gibt es dieses Waschbrettmuster. Einige Hunde haben hier richtig Spaß. Mit unglaublicher Geschwindigkeit jagen sie einander durch die Gegend. Die sind nachher bestimmt richtig müde. Um 19:30 Uhr geht die Sonne Ende März im Norden der Südinsel unter. Tageslicht hat man somit noch etwas mehr als 12 Stunden.