Mo’orea

Heute verlasse ich Tahiti bereits wieder. Der Mietwagen hat jetzt 408 Kilometer mehr auf der Uhr. Ich habe mir online ein Fährticket zur „kleinen Schwester“ Tahitis, nach Mo’orea gebucht. Die Insel hat rund 18000 Einwohner und hat die Form eines auf der spitze stehenden gleichseitigen Dreiecks mit zwei tiefen Kerben an der Oberseite (Baie de Paopao und Baie de Ōpūnohu). Mit etwas Fantasie könnte man auch sagen, dass die Form wie der Umriss einer Fledermaus ist. Für die 6 Kilometer von der Mietwagenfirma zum Fährterminal nehme ich mir ein Taxi, welches, wie ich leider feststellen muss, auf Tahiti unverhältnismäßig teuer ist. Es ärgert mich, dass ich mich nicht im Vorwege besser informiert habe, denn online und auch am Flughafen ist eine Preisliste einsehbar (Grundgebühr 1000 CFP + 160 CFP/km). So habe ich dann auch erst später festgestellt, dass es für nur 200 CFP (1,7 €) auch eine Busverbindung gibt. Von den verschiedenen Fährgesellschaften habe ich mich für Aremiti entschieden. Die Hin- und Rückfahrt kostet für Touristen 4060 CFP (34 €). Komischerweise kann man bei der Bestellung nicht auswählen an welchem Tag und um welche Uhrzeit man fahren möchte. Vermutlich wäre das anders, wenn man mit einem Fahrzeug übersetzen will. Das gekaufte Ticket ist 12 Monate auf jedem Schiff der Gesellschaft gültig. Man gibt sein Gepäck unten ab und ich hoffe, dass man das dann auf Mo’orea auch wiederbekommt. Um 11:15 Uhr legen wir ab.

Nach circa 30 Munten ist die 17 km lange Fahrt dann auch schon vorbei. Das Panorama bei der Hafeneinfahrt in Vai’are ist fantastisch.

Da ich keinen fahrbaren Untersatz vorbestellt habe, wird es etwas schwierig. Man sollte tunlichst vermeiden erst, wenn man ankommt, etwas zu mieten. Bei Avis gibt es beispielsweise nur noch einen Jeep, der trotz Special Price viel zu teuer ist. Bei Moorea Scooter bekomme ich dann zum Glück noch einen 125er-Scooter, der allerdings mit circa 40 € pro Tag mehr kostet als anderswo ein kleines Auto. Einen PKW zu mieten wäre jedoch noch teurer und für die kleine Insel sinnvoll. Meinen großen Koffer zurre ich hinter mir auf der Sitzbank fest. Bis zur Airbnb Unterkunft in Pihaena an der Westspitze der Baie de Paopao sind es ungefähr 20 Minuten Fahrt. Auf halber Strecke muss ich trotz des Koffers anhalten, denn am Aussichtspunkt Belvédére de To’atea leuchtet das Wasser so unglaublich türkis, das man nicht einfach vorbeifahren kann. Im Hintergrund unter dem Wolkenhut ist Tahiti.

In der Bucht stehen auch Überwasserbungalows des Sofitel Hotels, die für eine Übernachtung im April zwischen 1100 und 1500 Euro kosten. Da heute ja Ostermontag ist haben die Geschäfte zu und ich kann nichts mehr einkaufen. Zum Glück habe ich noch etwas von Tahiti im Gepäck. Nach kurzer Stärkung fahre ich gleich mal ein Stück entgegen dem Uhrzeigersinn auf der Küstenstraße herum. Das Wetter und die Aussicht sind genial. Rechts das türkisfarbene Meer und links bzw. vorne die beeindruckende „Skyline“ der Berge.

Die Wassertemperatur ist optimal und auch tropische Fische gibt es nur wenige Meter vom Strand entfernt etliche zu sehen, obwohl die Korallen in dem Bereich nur teilweise lebendig scheinen.

Ziemlich genau in der Inselmitte ist in 240 Meter Höhe der Belvédére de Ōpūnohu. Von dort hat man einen Blick sowohl auf die Baie de Ōpūnohu(links), als auch auf die Baie de Paopao (rechts), die während der dritten Reise von James Cook 1777 Cook Bay genannt wurde. Ich dachte, ich hätte ein Panoramabild gemacht, aber auf meinem Bild ist nur die Baie de Paopao und der 899 Meter hohe Berg Rōtu’i zu sehen.

Was wäre ein Sonnenuntergang ohne die fantastischen Wolken. Mir gefällt das viel besser, als wenn der orange Ball einfach so im Meer versinkt.

Nicht das es auf Tahiti nicht schön gewesen wäre, aber Mo’orea gefällt mir schon nach dem ersten Tag besser. Am Abend gibt es eine Pizza, die überraschend gut ist.