Bora Bora

In der Nacht hat es ziemlich heftig geregnet. Ich dachte erst, ob das mit dem heftigen Zyklon Vaianu zusammenhängt, der aktuell gerade für Fiji eine Bedrohung ist. Fiji ist allerdings circa 3500 Kilometer entfernt, sodass das wohl auszuschließen ist. Als ich um 8 Uhr mit dem ordentlich bepackten Roller Richtung Fähre aufbrechen muss, tröpfelt es zwar noch, aber der heftige Regen ist zum Glück vorbei.

Um 9 Uhr geht es wieder zurück nach Tahiti. Vom Fährterminal zum Flughafen nehme ich diesmal den Bus Linie 30, der, wenn man aus dem Terminal kommt, nur ein paar Meter weiter rechts hält. Das dauert auch nicht viel länger, als die mehr als 10-mal so teure Taxifahrt. Großes Gepäck packt man einfach selbst außen in eines der Gepäckfächer und zahlt dann Cash beim Fahrer.
Mein heutiger Flug mit der ATR 72-600 von Moana Air bringt mich mit zwei Zwischenstopps nach Bora Bora. Erster Stopp ist schon nach 10 Minuten Flugzeit in Mo’orea, wo ich ja gerade herkomme. Von dort geht es in 30 Minuten weiter nach Huahine und dann nach Bora Bora. Ich hätte natürlich auch in Mo’orea zusteigen können, dann hätte ich aber zwei One-Way-Flüge kaufen müssen, da ich von Bora Bora wieder nach Tahiti zurückfliegen muss.

Zeitweise ist es bewölkt und alles sähe toller aussieht, wenn die Sonne scheinen würde, aber ich genieße es trotzdem mit der kleinen Propellermaschine in nicht allzu großer Höhe durch die Inselwelt zu reisen. Die maximale Reiseflughöhe bei den kurzen Inlandsflügen ist nur 1800 bis 3000 Meter, aber ein Großteil des 30-minütigen Flugs sind ja Start- und Landephase mit geringeren Höhen.

Bora Bora ist ja ein Atoll, das heißt es besteht aus einem Zentralberg mit einem Korallensaum mit ein paar Riffinseln, die Motus genannt werden. Das Atoll gehört zwar auch noch zu den Gesellschaftsinseln von französisch Polynesien, ist allerdings eine der 9 Inseln unter dem Winde. Da die Passatwinde der Gegend meist aus östlicher Richtung kommen, sind sie quasi im Windschatten der Inseln über dem Winde. Was man bei der Landung sieht, ist 100-prozentig das, was sich die meisten wohl unter einer Südseeinsel vorstellen.

Auf dem Flughafen steht auch eine Gulfstream G550 die eine Reichweite von 12500 Kilometern hat. Damit erreicht man zwar nicht Europa Non-Stop, aber bis New York wäre kein Problem. Ich würde ja zu gerne wissen, wer damit hierher gereist ist.

Bora Bora hat nur eine Fläche von knapp 40 km², was weniger als 1/3 der Fläche von Mo’orea, und weniger als 4 % der Fläche von Tahiti ist. Von den insgesamt rund 10000 Einwohnern lebt knapp die Hälfte der „Hauptstadt“ Vaitape. Besonders ist, dass der Flughafen auf dem Motu Mute ist. Von dort gelangt man nur per Boot zum Endziel. Viele der Luxushotels haben eigene Shuttleboote, aber die auch von Einheimischen genutzten Shuttleboote nach Vaitape sind im Flugticket inbegriffen. Per Whatsapp habe ich mir diesmal einen Roller vorbestellt. Es ist jedoch nur ein 50 cm³ Modell (4-Takt), was für die kleine Insel wohl ausreichen wird. Gegen 13:30 Uhr startet die etwa 20-minütige Bootsfahrt. Es ist ziemlich bewölkt, aber ohne Regen und natürlich schön warm.

Meine Unterkunft ist 3,5 Kilometer vom Bootsanleger entfernt und ich habe Glück, dass die Vermieterin von dem Roller meinen Koffer mit dem Auto dorthin fährt, was sich am Ziel angekommen wirklich als Glück erweist. Der Weg hinauf zur Lodge ist so steil und holperig, dass der kleine Roller das mit mir und dem Koffer nie geschafft hätte.
Ich starte meine erste Erkundung der Umgebung und kaufe ein paar Dinge im Super U To’a Amok Supermarkt.

Viele Boote werden hier in einer Art „Boatport“ aus dem Wasser gehoben. Ich vermute, es ist zum Schutz vor Algen, Sonne und Salzwasser, aber auch bei Sturm. Der Tidenhub ist nur sehr gering.

Heute war ich auf 4 verschiedenen Inseln. Von Mo’orea nach Tahiti und dann Mo’orea, Huahine und Bora Bora. Pünktlich um 18 Uhr verschwindet die Sonne, die sich ja tagsüber ziemlich rar gemacht hat.