Monte

Strahlend blauer Himmel schon beim Aufstehen sorgt doch gleich für gute Stimmung und Tatendrang. In dem kleinen Café um die Ecke frühstücke ich, wie jeden Tag. Danach genieße ich die Sonne bei einem kurzen Spaziergang an der Promenade.

Mit den Cafés ist das hier ganz speziell. Nicht nur, dass es sehr viele gibt, sondern dort trinkt man sowohl den schnellen Espresso(= Café) im Stehen für 0,70 €, oder bei Bedarf kann man auch etwas Süßes oder Herzhaftes im Sitzen essen. Ohne dass es sichtbar angeschrieben ist, kann man wählen zwischen Café, Cafe Cheio, Pingo, Garoto, Cariota, Italiana, Café Duplo, Café com CheirinhoCafé com Gelo, Café Descafeinado, …
Auf meinem Programm für heute steht die Fahrt mit der Seilbahn hoch nach Monte und dann den Berg wieder runter mit den bekannten Korbschlitten.

Am Ticketschalter angekommen sehe ich, dass die Korbschlitten am Sonntag leider nicht fahren. Deshalb nehme ich heute nicht die Seilbahn, sondern fahre mit dem Auto hoch nach Monte. Zuvor schaue ich mich noch etwas in der Altstadt um.

Am steinigen Strand landen gerade punktgenau etliche Drachenflieger. Ich habe keine Ahnung, wo die gestartet sein können.

Die teilweise sehr engen Straßen nach Monte sind so steil, dass ich streckenweise nur im ersten Gang fahren kann. Ich bin froh, dass die Handbremse deutlich besser funktioniert als meine zu Hause. Anfahren am Berg für Fortgeschrittene ist angesagt. Hoch über Funchal ist der Jardim Tropical Garden mit dem Monte Palace. Ein schön angelegter Garten mit Pflanzen aus aller Welt und Kunstobjekten. Den Eintritt von 12,50 € finde ich fast etwas überzogen, aber gerade noch so ok. Ein kleines Gläschen Madeira Wein ist im Preis enthalten und das Parken kostet auch nichts.

Als ich den Berg wieder herunterfahre, komme ich an eine Stelle, wo ich mir etwas Sorgen um das Auto mache. Die extrem steile Straße mündet dort rechtwinklig auf eine horizontale Straße. Bei einem normalen PKW reicht die Bodenfreiheit der Frontschürze eigentlich nicht für so etwas aus. Ich lenke relativ stark ein, damit ich nicht im rechten Winkel auftreffe und es geht gerade nochmal ohne Schrammen gut. Am Sonntag sind hier alle Geschäfte ganz normal auf, aber man merkt, dass es kurz vor Weihnachten ist. Alle Einwohner der Insel scheinen jetzt beim Shoppen zu sein. Riesige Mengen Lebensmittel und last minute Geschenke stehen noch auf dem Zettel. Nur am 25.12. haben die Geschäfte geschlossen. Im Shoppingcenter ist ein großes Bällebad mit blauen und weißen Plastikbällen, in dem die Kinder ihren Spaß haben. Den eigentlichen Zweck, nämlich auf das Plastikproblem im Meer hinzuweisen, wird voraussichtlich niemand beachten. 🙁